Fußnote:[A] Bock vergiſst hier anzugeben, welchem Bela die Leiche angehörte, ob Bela I. (1061–63), Bela II. (1131–41), Bela III. (1174–96). Dem IV. dürfte sie wohl schwerlich zugehört haben, der 1235–70 regierte.

Die Juden zu Naumburg an der Saale.

Mitgetheilt durch Karl von Heister.

(Schluſs.)

B. 1446.

Nach Cristi geburt Tusent vier hundert jn dem Sechss vnde vierzigsten Jar Am Fritage nach Judica habin geteydinget Die Gestrengen hans von solschicz houbitman Gerhard selbueldige Rath hans vom Vixte auch gesworene Nicklaus von hoendorff Richter zu Nuemborg alle amptlute vnsers gnedigen hern von Nuemborg alzo mit volborte dryer Reihe vnde der gantzen gemeyne wegin der Stad zu Nuemborg uff eyn nemlich do Borgermeistr. waren hans von Glogow vnde Thomas hyldebrand Camerer Conrad schutzemeistr. pauluck von der hardt vnde andere die medt gesworne Ratheskumpan vnde von wegin der Jodisscheyt wonhafftig daselbst uff die andere sythe. Nemlich der Jod leser meyger muschel Jacob gatheus abraham vnde yusche die Itztzinne Joden zu Nuemborg sint adir jn zukunfftigen getziten hir sin werdin alzo von gebrechins vnde vorhabin der Jodin wuchirrs halbin vnde andir gebrechin mer da vone die Rethe erkanten, das die Stad Nuemborg ser beswert wart unde vordir seier beswert mochte wordin sie vnde sulche beswerunge si vordir bracht habin an vnsern gnedigen hern herren peter itzunt Bischoff zu Neuemborg das dann vordir syne gnade vorwilt vnde tzu gegebin had das die Joden inzukunfftigen gezyten fort mer so haldin sullin alzo hirnach geschriebin stehit Nemlichin das sie eynem iglichin burger burgeryn adir Burgers kynder sie sint cluch adir fryledig dy sich selbst vermelden eynen gulden adir eyn schoch nicht hocher lihen sullin dann eyne wochin umb zwene phennynge eyne halli. guldin adir eynen ort alzo noch folgin hynder sich zu rechin addir an vorschriebunge noch uff phandt vnde sulle auch nymant der eyn Burger zu Nuemborg ist vnder eyme jar zu keyner rechenunge drynge es were dann sache das er tzwifel hedte daz solche syne gute adir phande solich houbit gut vnde wuchir nicht getragen konndte, das sal der Jod brengen an unsers gnedigen hern von Nuemborg Richter vnde an eynen sitzenden Rath die sullen erkenne ob ome ( ihm ) rechins adir clagens not sie werdit darnach sich der Jod richtin vnde haldin sal Vortmer sulle die Joden noch die Jodynn noch die oren ( Ihrigen ) kheynem burger burgeryn adir burgers kynder die do vormunden habin keyn gelt lihen addir uff phandt noch ane phand bie vorlysinnige ( Verlust ) des geldes daz die one ( ihnen ) geleihin habin hynder one vormunden Ouch wullin die Rethe uff das das dy Joden wissin sullin wem sie ihr gelt lyhen werdin ob er vormunden habe adir nicht solchin vorlass ( Erlass ) alle jar vorkundigen lassin In der kirchin daz sich eyn Jederman dornach wisse zu richtin ob ymand zwyfel hedte das vormund er were das der syn adir dy syne gelt Juden Jodin nemen worde daz deme Rathe kunt thun die es dann von die der Joden obirsten eyme vorkundigen sullin der ok dann den andern Jodyn von der vorkundige sal sich dy Joden darnach lassin zu richtin vnde zu haldin also ob yn komt vnde geschrieben stehet wordin ouch die Joden icht vnbilliches vor addir hir nach vorkouffin vornemen daryn sal unsers gnedigen hern von Nuemborg Richter mit deme Rathe macht zu Sprechen habe dornach sich dy Joden richtin vnde haldin sullin. Sulchir eynunge sal eyn ichlicher Jode der do vort mere zu Nuemborg eyn Jode sin wil unde da wonen stetiklich ( unleserlich ) — — haldin solchir daz nicht thun wolde vnde darzu nicht gehindin sullin vnde wullin wir zu Nuemborg nicht lyden noch uffnemen czu bekenntnisze sulchir beteydingunge habe ich obgenanter nicklaus von hoendorff myn Ingesiegel budene an diesse gedele gehangen.

An der äuſsern Seite der Urkunde steht: Der Juden brieff wo so es mit dem Wucher zu nemen halden sollen.

Späterer Zusatz: Hinfurdt die Juden vom fl. oder Schock nur wöchentlich ihn 2 ₰ nehmende. 1446.

Originalien des Magistrats-Archivs zu Naumburg Nr. 26.

Das Copialbuch von 1540 enthält den Vermerk (Fol. 49): Eyn versiegelter Brief, wie der Juden vbermessiger wucher halb, die Bürger beschwerrt, ferner das sie vnmündigen kindern gelts gelihen, Das es durch vnssers g. h. ampleuthe vorhandelt, das sie christen vom gulden eine Woche nicht mehr den zween pfennige habenn nehmenn thuenn, und kindernn, so nicht vormunder gehabt, nichts leyhen thuen, anno 1446. Welcher brief als unnottigk nicht ist asservirt sondern bei die andrenn Juden Brieue gebundenn wordenn, alda er zu findenn.