(Ill. Ztg.)
45) Unweit Lilkeberg in Jütland wurden beim Umgraben einiger Hügel mehre interessante Alterthümer gefunden. Dieselben bestanden aus einem langen, dünnen, goldenen Drahte, der offenbar als Fingerzierde gebraucht worden war; ferner aus zwei Spieſsen, vier Ahlen, drei Messern, einer Nadel, einer Zange, einer Pfeilspitze und einer Schraube; alles von Bronze. Diese Gegenstände befanden sich auf dem Boden einer Gruft nebst einigen irdenen Urnen, die man jedoch nicht unbeschädigt zu Tage zu fördern vermochte.
(Dies.)
46) Bei Pest sind unterhalb der alten Schiffbrücke durch die Baggermaschine einige interessante Alterthümer aus der Donau zu Tage gefördert worden, die da wol 1500–2000 Jahre geruht haben mögen. Zwei dieser Gegenstände sind derartig petrificiert und mit Kiessteinen versetzt, daſs sich nur in dem einen an der frei gebliebenen, zweischneidigen Spitze ein Dolch von 10 Zoll Länge erkennen läſst, während die Eigenschaft des gröſsern Gegenstandes nicht anzugeben ist. Der dritte dieser Funde ist ein kurzes Römerschwert; ist der Griff gleich petrificiert, so erscheint doch die Klinge wohlerhalten. Sämmtliche Gegenstände sind an das Pester Museum abgegeben worden.
(Dies.)
47) Auf dem Rittergute Woynowo, in der Nähe von Bromberg, fand man beim Trockenlegen eines Teiches 4 Fuſs unter der Erde einen gut erhaltenen Humpen aus Zink. Derselbe wiegt 6½ Pfd., ist 14 Zoll hoch und miſst 2½ Quart. Eingekratzt ist darauf ein Wappen, anscheinend vom deutschen Ritterorden. Das Wappen enthält nämlich zwei sich kreuzende Schwerter und ein Kreuz. An dem Henkel befindet sich rechts der polnische Adler, links das Bromberger Stadtwappen.
(Dies.)
48) Bei der Vornahme von Erdarbeiten in der Hees, eine halbe Stunde von Xanten im Kleve’schen gelegen, stieſs man auf groſse, steinharte Thonröhren von etwa ¾ Fuſs Durchmesser. Da der Fundort sich nicht sehr weit von dem ehemaligen Römerlager befindet, so lassen diese Röhren auf groſse unterirdische Wasserleitungen schlieſsen, welche in jener Zeit bestanden haben müssen.
(Dies.)
49) Von verschiedenen Seiten wird von der Auffindung alter Münzen berichtet. In Templin, Provinz Brandenburg, ist am 11. März in einem Hofgarten ein irdener Topf mit kleinen, sehr alten Silbermünzen verschiedener Gröſse, die zusammen etwa 1½ Pfd. im Gewichte haben, ausgegraben worden. Einige Tage darauf wurden an derselben Stelle noch zwei Hände voll von denselben Münzsorten in der Erde gefunden. Laut Meldung belgischer Blätter hat ein Landmann zu Jemelle eine Anzahl kleiner Bronzemünzen aus der Zeit Konstantins I. ausgegraben, und zu Septfontaines, einem Dorfe im Luxemburgischen, fand ein Hofbesitzer beim Einreiſsen einer Scheuer 700 Stück kleiner Silbermünzen, die meist in der Zeit Philipp’s des Schönen geprägt sind; doch finden sich auch einige von Ludwig dem Heiligen und Philipp dem Kühnen, eine einzige von Karl von Anjou, König von Sicilien, und ein Groschen der Stadt Dortrecht vor.