(Dies.)
50) Aus dem Museum Francisco-Carolinum in Linz sind folgende Gegenstände entwendet worden: das Gebetbuch des Erzherzogs Mathias von Oesterreich von 1588, und zwei gemalte Wappenbücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert, unter diesen das Stammbuch des Philipp Waltinger, sodann die Verlassenschaftsabhandlung der Gemahlin des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, Tochter Kaiser Leopold’s, mit Randbemerkungen des Kurfürsten, und die Genealogie des Hauses Bayern und der bayerischen Geschlechter, mit Wappenabbildungen von Freimann von Randegg etc. Wie groſs die Zahl der entwendeten Autographen ist, läſst sich nicht bestimmen. Sicher ist nur, daſs ein Autograph Kaiser Leopold’s und ein solches des berühmten Naturforschers Schiffermüller, geboren zu Hellmansödt, vermiſst werden.
(Mgbl. z. Bayr. Ztg.)
51) Eines der schönsten Werke Rembrandt’s: „Lasset die Kindlein zu mir kommen,“ welches die Perle der kleinen Bildergallerie des Grafen Schönborn-Buchheim in Wien bildete, ist von dem Besitzer für 53,000 Thlr. an den Gruben- und Fabrikbesitzer Suermont in Aachen verkauft worden. Das Bild, für welches ein so auſserordentlich hoher Preis gezahlt wurde, ist nur 4 Fuſs groſs; es wird der Bildergallerie in der stattlichen Villa des reichen Industriellen einverleibt.
(Ill. Ztg.)
52) Das Opitz-Denkmal, welches in Bunzlau aufgestellt werden soll, ist vom Bildhauer Michaelis in Breslau im Modell vollendet. Dasselbe besteht aus einem schlanken, vierseitigen Postament mit vorspringenden Ecken. Die Büste des Dichters ist nach einem Titelkupfer in einem seiner Werke modelliert.
(Dies.)
53) König Ludwig II. und König Ludwig I. von Bayern haben der Marktsgemeinde Vohburg zur Erwerbung und Erhaltung des alterthümlichen Thurmes am untern Thore daselbst, der im Mittelalter als Vertheidigungsthurm diente und im Jahre 1435 von Herzog Albrecht III., vermählt mit Agnes Bernauer, bewohnt wurde, seit mehr als 100 Jahren jedoch sich im Privatbesitz befindet, je 1000 fl. zugewandt.
(Korr.)
54) Nach dem Vorbilde der groſsen periodischen Urkundensammlungen, welche diesseits und jenseits der Alpen für die Erschlieſsung der archivalischen Schätze sorgen, erscheint seit dem Anfange dieses Jahres in Venedig eine Zeitschrift, welche sich die Herausgabe von Documenten für die Geschichte, die Alterthums- und die Münzkunde zur Aufgabe stellt. Sie führt den Titel: „Raccolta Veneta. Collezione di documenti relativi alla storia, all’ archeologia, alla numismatica. Venezia nel stabilimento Antonelli.“ Das erste Heft ist von Niccolo Barrozzi als Redacteur gezeichnet. Die „Raccolta“ wird in drei Heften jährlich herauskommen und ihr Material namentlich aus den reichen Schätzen der venetianischen Archive schöpfen.