Nr. 3. Siegel III. A. 2. b. impress.

Nr. 4. Siegelform 1 Siegel III. B. 2 a von rother Malta an grünseidenen Bändern.

Nr. 5. Siegelform 2 Siegel IV. B. 1 grün.

Nr. 6. Siegelform 3 Siegel IV. C. roth, an grünseidenen Fäden.

ganz sicher angegeben ist, daſs Nr. 1 eine viereckige, mit hänfenen Schnüren angehängte Blei-Bulle ist, auf welcher sich nur einzelne Buchstaben befinden; Nr. 2 ein dreieckiges, an ledernen Riemchen hängendes Bild-Siegel von ungefärbtem Wachs, mit dem Namen des Sieglers; Nr. 3 ein rundes, der Urkunde aufgedrücktes Siegel von ungefärbtem Wachs, mit dem Porträt des Sieglers in ganzer Figur, sitzend und ohne Wappen; Nr. 4 ein parabolisches Siegel von rother Malta, an grünseidenen Bändern hängend, mit dem Porträt seines Inhabers in ganzer Figur, stehend und mit dem Wappen; Nr. 5 ein herzförmiges Siegel, von grauem Wachs an Pergamentstreifen hängend, mit dem Wappenhelme im Siegelfelde; endlich Nr. 6 ein fünfeckiges Siegel, von rothem Wachs, an grünseidenen Fäden, mit dem vollständigen Wappen des Sieglers, so wird man doch gewiſs zugeben müssen, daſs unsere Methode vor der bisherigen Bezeichnung der Siegel — als kürzer und bestimmter zugleich — den Vorzug verdient.

Jeder Forscher wird sofort daraus erkennen, ob ein Siegel für seinen speciellen Zweck einen besonderen Werth hat; in welchem Falle er doch jedenfalls, um sicher zu gehen, das Original selbst, oder wenigstens einen guten Gypsabguſs davon einsehen muſs.

Unter dem Titel: „Sphragistische Aphorismen“ beabsichtigen wir in diesen Blättern eine Reihe von Abbildungen, besonders interessanter mittelalterlicher Siegelstempel und Siegel[N] (unter fortlaufenden Nummern) mit kurzen Bemerkungen mitzutheilen nebst verschiedenen Notizen[O] aus dem Gebiete mittelalterlicher Siegelkunde.

Wir hoffen, damit manchen Lesern einen Dienst zu erweisen und sie dadurch zu veranlassen, an die gegebenen Beispiele anknüpfend, auch ihre Erfahrungen zu veröffentlichen.

So manche noch bestehende sphragistische, heraldische und andere Zweifel könnten auf diese Weise ihre endliche Aufklärung finden.

Den zu besprechenden Siegeln werden wir ihre Bezeichnung nach unserem sphragistischen System beisetzen, in der Hoffnung, demselben, wenn es sich praktisch erweisen sollte, nach und nach allgemeinere Geltung zu verschaffen. Endlich erlauben wir uns, an alle Freunde der mittelalterlichen Siegelkunde, die dringende Bitte zu richten, unser System ihrer Kritik zu unterwerfen, und zu dessen Vervollkommung — welcher es sicher bedürftig, aber gewiss auch fähig ist — beizutragen.