Eine Bemerkung zu dem bekannten Wappenschilde des Landgrafen Conrad von Thüringen († 1241) in der St. Elisabethen-Kirche zu Marburg.
Vom Fürsten F.-K. zu Hohenlohe-Waldenburg.
J. H. von Hefner-Alteneck bemerkt in seinen „Trachten des christlichen Mittelalters“ I, S. 100, zu diesem auf Taf. 80 abgebildeten Schilde: „Da das kleine Schildchen des Deutschherrenordens unten rund ist, kann man annehmen, daſs es wohl erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts darauf gemalt wurde.“
A. L. J. Michelsen in seiner Abhandlung über „die ältesten Wappenschilde der Landgrafen von Thüringen“ widerspricht dieser Ansicht und glaubt, den einzigen Grund für diese Form darin zu finden, daſs es an Raum gefehlt habe, indem „das Nebenschildchen, ganz zugespitzt, in den Rand des Wappenschildes hineingereicht hätte“. Er beruft sich dabei auf C. v. Mayer’s herald. A.B.C.-Buch, S. 73, jedoch mit Unrecht, da auch in diesem Werke, S. 89, die Ansicht v. Hefner-Alteneck’s, daſs diese Schildform erst aus dem Ende des 14. Jahrhunderts stamme, ausdrücklich getheilt wird.
Dagegen erlaube ich mir, auf ein Siegel Emichs von Hohenlohe-Brauneck, Canonicus und Archidiacons zu Würzburg (1293–1340), an einer Urkunde von 1311, aufmerksam zu machen, abgebildet bei J. Albrecht „die hohenlohischen Siegel des Mittelalters“, Taf. VII, Nr. 102. Dieses Siegel liefert den urkundlichen Beweis, daſs jeden Falls schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts die unten abgerundeten Schilde in Gebrauch waren[A]. Vielleicht werden sich auch noch Beispiele aus dem 13. Jahrhundert finden lassen.
Sollte etwa diese Form zuerst bei Wappen geistlicher Personen und Corporationen gebraucht worden sein, als heraldischer Schild im Gegensatz zu dem wirklichen (Kampf-)Schilde?
Fußnote:[A] Ein neuer Beweis, daſs man sich vor all zu engen Zeitbestimmungen für Kunstformen jeder Art hüten muſs.
Anweisung zum Pulvermachen aus dem 14. Jahrhundert.
Mitgetheilt von Dr. Kerler, Universitätsbibliothekar, in Erlangen.
Auf dem ersten Blatt eines Cod. membr. saec. XIV. des Archivs der Stadt Rothenburg a. d. T. — mit der Signatur „Burger- und Meister-Roll“ — findet sich folgendes höchst merkwürdige, den Schriftzügen nach zu schlieſsen etwa in den siebenziger oder achtziger Jahren des 14. Jahrhunderts aufgezeichnete Rezept zur Bereitung von Schieſspulver: