[H] S. K. v. Sava: Die Siegel der Landes-Erbämter des Erzherzogthums Oesterreich unter der Enns. Wien, 1861, und Dr. L. Freiherr v. Ledebur: Archiv für deutsche Adels-Gesch., II, Berlin, 1865, „ Reitersiegel des niedern Adels “, S. 154 ff. Ferner gehören hieher: zwei verschiedene Siegel III, A, 3 des Reichsmarschalls Anselm von Justingen von 1216 und 1223; zwei verschiedene Siegel III, B, 3 Conrads von Ehrenfels, Marschalls des Hochstifts Regensburg, und die Siegel III, B, 3 des Marschalls Conrad von Sunchingen von 1266 und des Schultheiſsen Hermann von Mainz von 1272. Das Siegel III, B, 3 Friedrichs Tunb (Thumb) von Neuenburg von 1294 gehört wol auch hieher. Die Thumben rangierten im Mittelalter mit den höheren Ministerialen und im 15. Jahrh. hielt man sie für gleichen Stammes mit den Schenken von Winterstetten. Die Verschiedenheit des Wappens wäre durchaus kein Hinderniſs. Bekanntlich werden sie 1507 zu herzogl. württemb. Erbmarschällen ernannt. Sollte sich diese Ernennung etwa auch auf ein früheres Verhältniſs beziehen? —[I] S. Scriba Regest. I, 41 u. 42.[J] „Frater censualis“ bezeichnet hier wol den mit der Verwaltung des Census (der Steuern und Abgaben) betrauten Ordensbruder. Daſs derselbe ein Ministeriale war, geht aus diesem Porträt-Siegel hervor. Nach Ducange wurden im Mittelalter auch diejenigen „censuales“ genannt, welche in Kirchen oder Klöstern, indem sie ihr Haupt auf den Altar legten, dem Heiligen oder Patron der Kirche sich zu irgend einer Leistung freiwillig erboten.[K] Widder, Geogr.-histor. Beschreibung der churf. Pfalz am Rhein, Th. II, S. 279.[L] Calenberg. Urkunden-Buch V. Mariensee, S. 10, Note 11.]

Beiträge zur schweizerischen Kunstgeschichte.

Mitgetheilt durch Ed. His-Heuſsler, Mitglied der Direction der Kunstsammlung zu Basel.

I.

Contract, betreffend die Ausführung eines Altarwerkes, zwischen dem Magdalenen-Kloster an den Steinen zu Basel und dem Maler Hans Herbst. (Klosterarchiv Mar. Magd. Nr. 795.)

Anno xv c achtzechen jor vff fritag noch sant Annentag der groſsmutter cristi hand wir priorin suppriorin und schaffnerin zu sant marien magdalenen an den steinen prediger ordens verdingt ze fassen die taffel vff sant marien magdalenen altar in vnser kilchen dem bescheidenen meister Hans Herbst in mossen hie noch stodt dem ist also:

Item des ersten sol Meister Hans Herbst dz werck vff dz best vn̄ kostlichest fassen nämlich den tabernackel gantz vergulden brunieren vnd von dem besten gold, vnd sollen die holkölen bluw sin, desglichen die bild im tabernackel mit ir kleidung alle verguldet, och die pfiler, vnd söllent die holkelen bluw sin.

Item in der tafel wz von kleidung ist sol als vergult sin vnd sant marien magdalenen tuch mit bruniertem gold, dz lib farw sin sol mit lib farw, dz ander verguldet.

Item die gespreng alle verguldet und bruniert, item die landschafft in der tafel verguldet oder versilbret vnd glasiert, dornoch es sich den̄ erhöischt.

Item die neben siten inwendig der tafel vnd der bogen inwendig verguldet vnd listen alle verguldet.