Item die vj stuck flach geschnitten sol alle husung vergult vnd versilbret sin vnd die feldung versilbret vnd bruniert wie man dz wil haben.
Item was hor ist matt mit dem besten gold, item die listen an den flüglen gulden und die kelen blow, item dz paviment versilbret, mit farben Rot, blow oder grün.
Item vff die zwey flügel vſswendig söllent dise fier stück nemlich als maria magdn a gon marsilien gefaren vnd in die wüsti gangen ist die andren zwey stück figuren der mirackel als die so by dem verding gewesen sind angeben worden vff dz allercöstlichest und artlichest gemolt werden, desglichen zwey helgen vff die zwey blind flügel und dieselb feld mus mit hymel vnd landschafft vnd die listen vßwendig der tafel aber verguldet.
Item an dem brett so vnden für den fuſs wirt gestossen vnsers lieben heren begrebnis mit vnser lieben frowen sant marien magdalenen und andren parsonen dorzu gehörent artlich vnd vff dz hüpschest gemolt werden.
Item dis werek ist verdingt worden vm nüntzig gulden nemlich für jeden gulden ein pfhund fünff schilling vnd sol man dem meister ein erlich trinckgelt geben, doch dz sölich trinckgelt fünff gulden nit vbertreffen sy.
Item der meister sol och kein gelt empfachen bis die tafel halber gemolt ist, dann sol man im geben achtzechen oder zwentzig gulden vnd dornoch je ein gulden zwey dry oder fier noch dem man haben mag bis dz werck bezalt wirt.
och ist beret dz der gedocht meister vns priorin obgemelt mit der bezalung nit vberylen sol und diß alles ist beret vnd vffgeschriben worden in der besten form im bywesen der Erwirdigen geistlichen vatter bernhardus rentz leßmeister der helgen geschrifft vnser lieber getrüwer bichtvatter, her Casper vnd her Jheronimo brulinger gebrüder bed capplanen der hochen stifft basel vnser lieben heren vnd gut göner des alles zu worem vrkund sind diser zedlen zwey glich an den wortten vnd mit disem ziechen abgerissen vnd jedem teil einer geben vff tag vnd jor wie vorstadt.
Folgen die Empfangsbescheinigungen für die a conto Zahlungen, und auf einem besondern Blatt befindet sich die Generalquittung im Betrag von 95 fl.
Der Maler Hans Herbst war von Straſsburg gebürtig, wurde 1492 in die Malerzunft zu Basel aufgenommen, machte 1512 den Feldzug nach Pavia mit und soll nach der Reformation den Pinsel niedergelegt haben, um nicht ferner „dem Götzendienst behülflich zu sein.“ — Dies muſs sich indeſs nur auf das Malen von Kirchenbildern bezogen haben, denn man begegnet seinem Namen in den Rathsrechnungen bis in die vierziger Jahre des 16. Jhdts.; meistens sind es Arbeiten decorativer Art. Daſs er mit Holbein befreundet gewesen, beweist der Umstand, daſs dieser bald nach seiner Ankunft in Basel 1516 sein Bild malte, welches, mit dieser Jahreszahl versehen, noch jetzt in England vorhanden ist. Bilder von ihm sind nicht auf unsere Zeit gekommen, oder, wenn dies der Fall, nicht unter seinem Namen. Sein Sohn war der berühmte Baseler Typograph Oporinus.