Eur Königlichen Würde
ganntz getreuer vnd dienstwilligister Vetter
Wilhelm.“

Maximilian gab Befehl, dem Herzog Wilhelm die gewünschten Reliquien auszuliefern. Agricola besorgte ihre Ablieferung nach München. Die deutschorden’schen Beamten wurden von dem Herzog mit seinem Bildniſs und andern Verehrungen bedacht, und Agricola zur Kirchweihe und andern Festlichkeiten wiederholt nach München eingeladen[C].

Nürnberg.

J. Baader.

Fußnoten:[A] Dieses Kloster wurde damals vom Markgrafen eingeäschert und zerstört. Die Klosterfrauen fanden im Klarakloster zu Nürnberg Aufnahme und Verpflegung. Hier blieben sie bis zu ihrem Tode. Die letzte Pillenreuther Conventualin, Elisabetha Netzenhöferin, starb am 29. September 1596. Ein Jahr vor ihrem Tode schickte sie dem Herzog eine werthvolle Reliquie vom heil. Andreas. Uebrigens hatte derselbe auch schon im Jahre 1585 mehrere Reliquien, und darunter ein Stück von der Säule, an der Christus gegeiselt worden, die Kaiser Ludwig dem von ihm gegründeten Kloster Pillenreuth geschenkt, aus den Händen der Pillenreuther Conventualinnen erhalten.[B] Schleiſsheim.[C] Einmal erhielt Agricola für übersendete Reliquien 200 Goldgulden. Schon der Groſsmutter des Herzogs, der Wittwe Wilhelms des Standhaften, hatte Agricola im Jahre 1572 mehrere Reliquien übersendet. Dieselbe dankte ihm unterm 24. October. Indem sie ihrem Briefe 4 Ducaten „nit zu ainer verglaichung (Bezahlung), sondern allein zu ainem angedencken“ beilegte, versprach sie „berürt heylthumb (Reliquien) die zeit vnnsers lebens in billichen Eeren zuhalten vnd zubehalten.“

Alte Dramen.

So viel auch Gottsched und Gödeke zur literarischen Sammlung des Theaters bis Ende des siebzehnten Jahrhunderts gethan, so war doch noch genug übrig, um mir zu gestatten, allein bis zum Jahre 1600 dem durch jene Männer gesammelten Vorrath noch 37 fernere Stücke hinzuzufügen (s. Annalen, II, S. 246–51, 289–91) und weitere Kunde von mancher Piece der folgenden Zeit zu geben. Indeſs ist die Kenntniſs von der Literatur jener Epoche noch nicht erschöpft: während eines einzigen Jahres wurden mir 20, den Literatoren völlig unbekannte Dramen aus wenig benutzten Bibliotheken bekannt, wovon drei aus dem 16. Jahrh. Sie mögen in chronologischer Reihe hier folgen:

1. Ein newe Comedia, auß dem achtzehenden Cap. Matthei, vom König, der von seynen knechten rechenschafft haben wolt. Gemachet durch Adam Prellen von der Weysenstad.

o. O. u. J. (c. 1550). 8. — Bibl. der Maatschappij van Nederlandsche Letterkunde te Leiden, II, p. 329.

2. Ein Teutsch spil von dem edlen Ritter Ponto, wie er mit dem Haydnischen Ritter vmb Gottes wort gekempfft vnd den sieg erhalten hat, schon, lustig vnnd lieblich zu lesen. Zugericht durch Heinrich Hoffott Rechenmayster und burger zu Nürnberg. Gedruck ( so! ) zu Nürnberg durch Valentin Neuber. Am Ende: Gedrückt zu Nürnberg durch Valentin Neuber.