6. Hermann Rude 1377.
7. Dietrich Stauffer hat zum Richter am Hoffgericht gehabt Dietrich von Steinling. Diese Stauffer sind ein uralt geschlecht, so im ersten thurnier zu Magdeburg nach erhaltener victori wider die Hunnen gehalten, namhaft gemacht worden anno 938. So finde ich, daſs dieser Dietrich Stauffer von Ehrenfels und Beroltshausen vicedom zu Sulzbach eques auratus dem Turnier zu Regenspurg beigewohnt anno 1396. Er hat einen Sohn gehabt, auch Dietrich genannt. Seine nepotes haben hernach von den von Laber den markflecken Pererzhausen[4] keuflich an sich gebracht 1432 laut des Kaufbrifs zu Sünching. Hernach zur zeit Keyser Friderici 3 ist Hans von Stauffen und Ehrenfels zu einen Freiherren gemacht worden, 1480[5]. Herr Bernhardin der Jünger so ein gräffin Schlickin zum gemahl gehabt, Freyherr zum Ehrenfels stirbt 1542 ligt zu Bererzhausen begraben. Hernach aõ 1567 verkauft Herr Hans Bernhard von Stauffen die Herrschaft Ehrenfels den Stendten des Herzogthums Neuburg mit vorbehalt der Lehenherrschaft. Diese Reichsherrschaft Ehrenfels hat hernach aõ 1574 ein löbl. Landtschafft des Fürstenthums Neuburg Ihren Jungen Landesfürsten Pfalzgraff Phillipps Ludwigen auf sein fürstl. Beylager unterthänig geschenkt und verehret. Auf diesen Herrn Bernharden[6] ist der ganze Stamm der von Stauffen gestanden[7].
8. Johann Herr von Abensperg Haubtmann und Landrichter zu Sulzbach 1384[8], Dieses Geschlecht Kombt her von dem berümten beyerischen Graffen Babo von Abensperg, welcher S. Kunigundis Keyser Henrici 2. gemahl Hofmeister gewesen ist, wie Aventinus lib. 5 hist. bezeuget. Er hat mit 2 gemahlinen 40 Kinder gezeuget; 32 Söhne und 8 Töchter, die Söhne hat Er alle adelich herausgebuzt mit ein pferdt und reisigen Knecht, ein jeden innsonderheit, und hernach dieselben Keyser henrico auf einen Reichstag zu Regenspurg präsentirt und verehret mit höchster Lust und Wohlgefallen des Keysers, der sie all an seinen Hoff genomen und sie hernach mit Reichslehen gnädigst bedacht. Dieser Babo ist, wie Aventin schreibt, gestorben 1020 den 3. Martii, ligt zu Regenspurg bei Sct. Emmeram begraben[9]. Dieses Babonis Söhn einer ist ein Vatter der graffen von Pogen nehmlich Hartwich von Abensperg. Erkambrecht ist ein Vater des Stams der Graffen von Biburg und Stein, so her nach Hilpoltstein ist genannt worden, von Hilpolt, den Letzten dises Stams von Stein, welcher † 1385[10].
(Schluſs folgt.)
Fußnoten:[A] Johannes Braun war (nach Jöcher’s Gelehrten-Lexicon) am 29. April 1581 zu Sulzbach geboren, wo er 1612 Diaconus und 1617 bei Errichtung des Gymnasiums Professor der griechischen Sprache wurde, zuletzt aber, nach mancherlei trüben Schicksalen (1637) Superintendent zu Baireuth, wo er im J. 1652 starb.
D. Red.
[B] Auch die Bibliothek des german. Museums besitzt ein Exemplar dieser handschriftlichen Chronik (Pap. -Hs. Nr. 7172, 507 Seiten in Folio, 18. Jahrh.), welches genau obigen Titel, doch nur bis zu den Worten „und darauf erfolgter persecution zu finden“ (also ohne des Autors Namen) an der Spitze trägt und mit der hier gegebenen Probe des Sulzbacher Exemplars, welches Braun’s Originalmanuscript zu sein scheint, im Wesentlichen übereinstimmt, doch manche Erweiterungen erfahren hat. Wir geben die Zusätze desselben mit „ G. M. “ in den Anmerkungen.
D. Red.
[C] Dr. Georg Christoph Gack, derzeit noch protestantischer Dekan zu Sulzbach, hat im J. 1847 bei T. O. Weigel in Leipzig eine „Geschichte des Herzogthums Sulzbach nach seinen Staats- und Religionsverhältnissen, als wesentlicher Beitrag zur bayer. Geschichte“ (XVI u. 408 Stn. gr. 8) im Druck erscheinen lassen und darin häufig Braun’s Chronik als Quelle angeführt.[1] Joh. Jugler, geb. zu Sulzbach 1539, wurde 1567 Diaconus, 1580 Superintendent daselbst, in welchem Amte er am 18. Februar 1613 starb. Vgl. Jöcher, a. a. O.
D. Red.