35) Panoplia Altaris et Chori, von Dr. Fr. Bock. Aachen. 1867. 8.

36) Album mittelalterlicher Ornamentstickereien, zur Zierde für Kirche und Haus. Von Dr. Fr. Bock. 1. Heft. Leipzig, T. O. Weigel. 8.

37) Karls des Groſsen Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze. Von Dr. Fr. Bock. I. Band. 1. Theil. Aachen, Selbstverlag des Verfassers. 8.

Wer nur einen Blick auf die Serie der oben genannten Büchertitel wirft, würde es gewiſs nicht für eine bloſse Phrase halten, wenn wir die Besprechung mit den Worten einleiteten: der fleiſsige, unermüdliche Forscher, Dr. Fr. Bock etc. In der That wäre die Production dieses Schriftstellers auf archäologischem Gebiete unbegreiflich, wenn ihm nicht reiche Erfahrung, gründliche Studien und vor allem vieles Sehen auf „gröſseren Reisen“, wie sie der Verfasser zu benennen pflegt, eine solche Grundlage des Wissens böten, daſs diese Werke, so zu sagen, ohne Anstrengung entstehen.

Im erstgenannten Buche gibt der Verfasser den Schluſs der ersten gröſseren Arbeit, mit der er vor die Oeffentlichkeit getreten ist. Vor mehr als zehn Jahren, als der Verfasser den Anfang bearbeitete, war es ein, wenigstens in der deutschen Literatur, vollkommen neues Feld, das er betrat; und wenn dasselbe jetzt auch von manchem Andern bebaut wird, so lassen sich doch auf ihn fast alle Anregungen in Deutschland zurückführen, um so mehr, als er auch lebhaft bemüht war und eifrig dafür agierte, auch die gewonnenen Resultate der Wissenschaft in’s Leben wieder einzuführen.

Nachdem der Verfasser im ersten Bande den geschichtlichen Entwickelungsgang der Seide- und Sammtfabrikation, hierauf den der kirchlichen Stickkunst gegeben und die Gewänder des alten Bundes, sowie die liturgischen Gewänder in den ersten Jahrhunderten des Christenthums betrachtet hat, wendet er sich im zweiten Bande den eigentlich mittelalterlichen zu und behandelt zunächst die Form und den Entwicklungsgang der bischöflichen Pontificalornate.

Er betrachtet die einzelnen Stücke der Reihe nach, wie sie angelegt werden, sonach zuerst die Pontificalstrümpfe, die Sandalen, sodann Schultertuch und Albe, Gürtel, Stola und Manipel, die Diakonatsgewänder (wobei die Frage zuerst erörtert wird, warum und seit wann der Bischof auch diese Gewänder in pontificalibus trägt); hierauf folgen das eigentliche Meſsgewand — die Casula — die Pontificalhandschuhe, die Insula (Mitra), das Rationale und die metallischen Insignien der Würde: der Ring, das Brustkreuz und der Stab.

Im folgenden Kapitel werden die priesterlichen Meſsornate und die Diakonengewänder besprochen, wobei nicht nur stets auf den Unterschied zwischen den bischöflichen gleichen Stücken, sowie zwischen den alten und modernen aufmerksam gemacht, sondern auch stets dem Gavantus und seinen Vorschriften besondere Abtheilungen gewidmet sind. Es werden hier das Schultergewand, Albe und Gürtel, Stola und Manipel, das Meſsgewand, die Bekleidung des Kelches, die Diakonengewänder, der Chor- oder Vespermantel abgehandelt.

In einem letzten Kapitel wird die geistliche Haustracht, sowie die Chorkleidung des Pfarr- und Stiftsklerus betrachtet. In allen diesen Abschnitten führt der Verfasser nicht nur fast alle noch vorhandenen einzelnen Stücke an und erläutert sie durch Abbildungen; er schöpft auch reiches Material aus den Wand- und Tafelgemälden, den Miniaturen, Glasgemälden, Skulpturen des Mittelalters, sowie aus den interessanten Schatzverzeichnissen älterer Kirchen, von denen ihm eine ungeheure Zahl bekannt ist.

Das zweite genannte Werk ist noch nicht erschienen. Es liegt blos der Prospect vor, der es als Nachtrag zu dem ersten bezeichnet und, ebenso wie für dieses, eine groſse Zahl von Abbildungen verspricht; es sollen darin die stofflichen, d. h. gewebten und gestickten Gebrauchstücke zur Austattung des Altars und Chores in eben solcher Weise behandelt werden, wie im ersten Buche die Gewandstücke.