Das schloſs Berltshaim belangendt: Item es solt auch zu der zeit das schloſs Berltshaim ausgeprennt worden sein. Das ist aber von wegen der frauen doselbst, so eins kindes gelegen, biſs vff vernern beschaidt der bundtsrete vnterlaſsen vnd angestellt.
Alls aber dises bündtisch hör zertrennt vnd abgezogen, haben sich die Sparnecker, desgleichen Jorg Wolff von Gich vnd ander widerumb zu iren gütern gethan, die paurn bedroet vnd bedranngt, inen widerumb mit raichung der gült vnd zinſs gewerttig zusein oder darob not zuleiden. Derhalb sich dann ettlich aus sorgnus irer leyb vnd güter bewilligt vnd iren edelleuten widerumb zugethan.
Wiewol nun dem zubegegnen gemaine bundsrete ein straiffende rott auff das gepirg vnd anderstwo zustraiffen verordent, ist doch durch dieselben nichts sunders auſsgericht, dann das dadurch die vogel gescheucht vnd nichts wenigers vff abzug derselben straiffenden rott widerumb zu iren guetern komen sindt.
Zu diesem gleichzeitigen Berichte bemerken wir, daſs Hanns Thomas seine Fehde bis zum Jahre 1531 fortsetzte, wobei er noch viele Kaufleute niederwarf, wegschleppte und schatzte. Um Johannis 1531 begab er sich zu seinem vertrautesten Freund, zu dem Juden Salomon in Altenzedlitz, dem er seinen Raub zuverkaufen pflegte. Aber dieser machte ihn trunken und schoſs den in Schlaf gesunkenen Edelmann mit einem Faustrohr durch’s Herz, worauf er ihm mit Hülfe eines andern Juden durch Kolbenschläge den Kopf zerschmetterte. Seinen Leichnam schleppten sie in einen Kornacker, wo er etliche Tage hernach von Hunden aufgefunden wurde. In einem Winkel des Kirchhofes zu Altenzedlitz wurde er zur Erde bestattet. Also endete Hanns Thomas von Absberg, einst der Schrecken der Reichsstädte und ihrer Kaufleute.
Fußnoten:[A] Dieser war aus Nürnberg. Nach seiner Erledigung gab er den Kriegsherren daselbst über seine Gefangenschaft nachstehenden Bericht:
Baumgartners gefengnus betreffendt, von welcher ime Gott ausgeholffen.
Sagt erstlich, er sey am mitwoch vor Philippi vnd Jacobi Anno 1522 mit Sanntwerffer, potten, v̈ber nacht zu Pleinsfelt gelegen vnd morgens donerstags von dan herein ghen Nürmberg wollen reitten, vnd vngeverlich ein halbe meil wegs von Schwabach, do weren vier reutter inn groe [grau gekleidet] zu inen komen, hett einer gesagt: „Wohin ir reutter?“ hett er ine geantwort: „des wegs do hinein“ mit mer wortten. Weren also mit inen ein weyl getzogen, were ime einer inn zaum gefallen, gesagt, er muſst gefanngen sein, also mit im vnd dem potten vf dy seitten in das holtz geruckt. Hett einer zu ime gesagt: „Thue die Kappen herab, laſs mich dich sehen, wie du sichst“ vnd gefragt: „Bistu nit ein Paumgartner?“ mit mer wortten, vnd ine bezwungen, das er ime ein aidt hett müſsen schweren, ob er von inen kom oder abgetrungen würde, das er sich nichts desto weniger wollt stellen, wo sy ine hin manen wurden, darnach gepunden vnd mit ime vnd dem potten hinwegkh zogen durch dy holtzer. Hett zu zeitten ein dorff gesehen, kenn ir aber nit. Auch hab er ein weiſs schloſs zu der linken handt gesehen, also den tag geritten vnd vntter wegen bei einem pfaffen getrunken; lig das haus an einem perglein, hab aber nit konnen merken, das der pfaff ir dheinen gekennth hab. Weren also geritten bis 2 stund vor nachts, hetten sy inn einem holtz vertzogen. Wer der ein knecht Veit genannt — sey ein kurtz dickh mendlein — wegkh geritten, darnach vff einem paurnroſs geritten komen, ein sackh mit habern darvff gefürth vnd ein laib prots. Auch ein pauer hetten sy, Müllner genannt, mit ine, hett ein flaschen mit pier vnd herte air tragen, hetten sy geſsen, auch den roſsen futter geben vfs den krebsen, also geruet bey 2 stunden oder lennger, darnach aufgewest alls dy nacht were anganngen. Vnd alls sy vſs dem holtz herauſs gewennt, hett er wol ettliche liecht in den pauernheusern gesehen.
Weren also dieselben nacht für vnd für geritten vnd alls frü am freytag, alls der tag were herganngen, weren sy durch ein dorff komen. Sey vorn am endt des dorffs ein schmitten, hett der ein reutter hefften laſsen, vnd für das dorff hinaus sey ein steine pruckh. Do weren sy vberkomen, also geritten biſs nach mittag. Do wer der ein knecht, so des glatz pferd geritten, in ein holtz von inen geritten, hetten sy da verzogen biſs er wider komen wer; dann er wol vier stund auſsgewest. Alls er wider komen wer, hett er ine aber kes, ayr, prot vnd bier gepracht vnd gesagt, er hett nit heraus gedorfft; dann es weren reutter doselbst hinkomen, vnd müſsen warten, biſs sy hinwegkh wern geritten, hett aber nit konnen vernemen, wer sy gewest weren. Aber also gerueth, darnach wider aufgewest, fortt geritten, vnd am abent hetten sy den potten reitten laſsen, sy fortt zogen dieselben nacht, auch den samstag für vnd für, das sy nichts hetten geſsen dann prot, das sy mit in gefürth hetten, vnd den roſsen auch prot geben, also das dy roſs alls müd weren gewest, das sy ein teil nider gesunken waren, also das sy dieselben nacht zum tayl vff einer wisen bey einer hecken beliben weren. Von dannen geritten biſs an suntag biſs wol auff den tag, weren sy zu einem dorff komen, flies ein pach zwischen zeunen durch, sey ein haus am ortt allein, weren sy einzogen, sey gestallt gleich wie ein preuhaus, hab oben ein stuben; wer kein ofen inn gewest. Vnd Ime anfennglich befolhen, er sollt sich hallten alls wer er ir junckher, vnd sagt, das man das essen fürderlich zuricht. Hetten sich aufgethan, vnd die weyll sy also gehartt hetten vff das essen, do hett der wirtt gesagt: „Itzt kombt vnnser schulteis“. Do hetten sy das harnisch verporgen vnd ein tayl annder rockh angethan, vnd also geseſsen vnd bliben, seins achtens biſs nach vesperzeit. Do weren sy wider aufgewest, durch den pach zogen, durch dy holtzer, vnnd gegen dem abent inn einem holtz verzogen. Were Veit von inen geritten, vnd darnach einer zu fues mit ime komen, hett ein kitll angehabt vnd ein schweinspies tragen, flaschen mit pier vnd prot gebracht. Hett der selbig im kittel zu ime, sager, gesagt: „Baltasar wann her? mir ist laidt, das ir da seyt. Wollt, sy hetten einen anndern. Ich will ob euch haltten, alls vil mir möglich ist.“ Weren nachvolgennt wider hinweg ganngen, vnd alls es vinster worden were, do hetten sy ine geplendt eingebracht, inn einem stall abgesetzt, vnd also geplenndt gefürth biſs zu einer stiegen. Do hetten sy in abgefürth und darnach lanng hinhintter. Do hett man ine in ein gewelb thun, weren oben ring. Hetten sy im geweiſst vnd gesagt: „Da lernet man einem singen an.“ Sey seins bedunckens ein haus, das vff einer hohe lige. Hett ein knecht sein gewartt, auch ein weibspild ime ettliche mal zu eſsen bracht, vnd ein knab auch. Hett der knecht gesagt, sy hetten stettigs hie men vff der straſs, die inen wein vnd annders zufürten. Sey ob einem viertl Jars doselbst gelegen. Es were auch Hanns Thoman vngeuerlich inn zehen tagen selbst zu im komen, gesagt: „Lieber, wann kumbst her?“ oder „Was willt hie thun?“ mit vil andern spottwortten.
Darnach sey Veittlein komen vnd des orts geplennt allein wider von dan gefürth bey nacht, vnd alls er ine herdan hett gebracht, wider aufgethan vnd gesagt: „Ich will dich zu vil leutten füren, aber laſs nur mich reden“, vnd in also vngeuerlich vff 3 stund gefürth, wider geplendt. Darnach, als sy hinzu weren komen, ine abgesetzt, dy roſs angepunden, were der ein gaul ledig worden, daruon geloffen, hett er gesagt: „Poxflaisch!“ kumbt der gaul ettwo zu einem paurn, so wirt vns der teuffei bescheiſsen.“ Weren aber reutter aufgewest vnd den gefanngen. Hett ine also aufwarts gefürth vnd einer geschriren, do sy hinauf komen weren, alls solt es Behemisch sein, vnd seins achtens vber 2 prucken komen. Vnd wenn sy durch ein tor weren komen, so wer man dann ein gute weil ganngen biſs zum andern biſs in ein stall. Do hett man ine ein stiegen aufgefürth vnd darnach hin hintterwarts biſs zum thurn. Wer einer inn einem schwartzen cleid mit einem kneblpartt [dagewesen]. Vnd alls er gesehen hett, das sy in inn den thurn wollen legen, hett er sy gepetten ine heroben zulassen. Aber der im schwartzen claid hett im den knebl zwischen die pain gethan vnd mit ime hinab gerumpelt. Solcher thurn sey rund vnd vast stincket vnd ungeheuer. Hett erstlich sein ein paurngesell gewartt, welchen er ye gepetten hett, ime oben das loch offen zulaſsen, das er dann gethan hett. Wer eins ein groſser hundt vber das loch komen, hinab geschmeckt. Derselbig hunt hett ein preit messen halspanth angehabt. In welchem thurn er vast krankh worden wer. Da sy solchs gehorth hetten, wer der knecht komen vnd ine herauszogen, aber gesagt, er müſst zu nacht wider hinab, allein das er ein lufft fieng. Hett er geantwort: „Hetst mich wol vor da niden gelaſsen, so sturb ich vnd kom der martter ab.“ Es hett ime auch dy frau allerlay eſsens geschickt vnd würtz. Man hett ine aber heroben gelaſsen biſs an fünfften tag, Vnd alls es ein wenig peſser worden were. Hett es oben im thurn noch ein poden gehabt, were er hinauf gestiegen. Vff welchem thurn 2 püchsen gestannden weren, vnd darob ein clein stüblein, darinn etlich rennzeug gewest weren. Hett auch zu den löchern herausgesehen vnd v̈ber ein holtz gesehen alls ein statt. Weren die tach mit roten ziegeln gedeckt. Wiſs aber nit, was gewest sey. Hett auch im thurn gehorth die roſs eſsen, das futter schwingen vnd vil leuth darinn webern [hin- und hergehen, sich beschäftigen]. Sey vier bis inn 6 Wochen da gelegen.
Nachuolgendt hab ine Hanns Thoman, der Veittlein vnd ein bub doselbst vondann gefürth, hetten in vom thurn aber inn stall herab gefürth. Wer er im heu gelegen; biſs sy das harnisch hetten angelegt, hett er gesehen, das es ein zwifache stallung gewest, vnd deſsmals vil roſs do gestannden, ine geplennt heraus gefürth vnd die knecht biſs vf mittag geritten, hetten sy in einbracht, do er itzundt sey aufkomen, welchs haus Waltstain genannt sey.