Fußnoten:
[2] Hunderttheilig.
[3] Rheinwein wird von den Engländern meist als Schaumwein getrunken.
[4] Fast Alles zahlt 4 Proc. nur einige Artikel 6 Proc.
[5] Als ich 1867 von Lagos nach Europa zurückkehrte, gelang es mir, Goro-Nüsse ganz frisch heimzubringen. Unser nun verewigter Liebig, dem ich dieselben zur Untersuchung einschickte, fand die Nüsse sehr reichhaltig an Coffein; außerdem gelang es ihm, im botanischen Garten zu München aus einer der Nüsse einen Baum heranzuziehen, der im vorigen Sommer schon eine Höhe von 5 Fuß erreicht hatte und laut eines Briefes vom 9.d.M. von Liebig fortfährt, sehr gut zu gedeihen.
4. Das Gora-Gebirge in Central-Afrika.
Einer der wichtigsten Gebirgsstöcke im bekannten Centralafrika ist das Gora-Gebirge, denn hier ist die Wasserscheide zwischen dem Tschad-See einerseits und dem mächtigen Niger andererseits. Zudem entspringt hier der Gongolafluß, einer der bedeutendsten Nebenflüsse des Bénue, sowie eine Menge kleinere Flüsse, die direct in den Bénue (dieser ist der bedeutendste Nebenfluß des Niger, und vielleicht ebenso bedeutend als dieser) sich werfen.
Das Gora-Gebirge erreicht eine absolute Höhe von mehr als 7000 Fuß und besteht seiner Hauptmasse nach aus Granit, doch sind an den unteren Abhängen auch alle anderen Gesteinsarten vertreten. Das Gebirge scheint sehr mineralisch zu sein, die Bewohner haben Antimon-, Zinn- und Eisenminen; über das Vorkommen von Gold ist den Eingebornen indeß nichts bekannt, noch weniger läßt sich sagen, ob Silber vorhanden sei, welches überhaupt in Centralafrika noch nicht gefunden worden ist. Der Boden besteht fast durchweg aus einem festen röthlichen Lehm und Thon, doch sieht man mitunter auch ausgedehnte Strecken mit schwarzem Humus bedeckt. Die hervorragendsten Berggipfel sind der Saranda, westlich von Bautschi (Jacoba) gelegen, der Goa- und der Gora-Knotenpunkt, von dem das ganze ausgedehnte Gebirge seinen Namen hat, und von dem die Wasser hauptsächlich entspringen, welche dem Niger, Bénue und dem Tschad zueilen.
Was Naturschönheiten anbelangt, so wird es kaum ein Gebirge geben, welches hierin die Goraberge übertrifft. Ueberall bewaldete Höhen, oft steil emporragende Felsen, rieselnde Bäche, spritzende Wasserfälle, herrliche Steilschluchten. Hie und da wieder ein Stück Ackerland um kleine Ortschaften herumliegend, üppige Gärten mit Bananen, Gundabäumen, Erdnüssen und einigen Gemüsen—dies das Gesammtbild, wie sich das Gora-Gebirge dem Wanderer zeigt. Ja, wenn nicht die eigenthümlichen konischen Dächer der Hütten, welche jene Negerdörfer zusammensetzen, wenn nicht bei näherer Betrachtung die einzelnen Bäume der dichten Wälder, wenn nicht hie und da die schwarze Gestalt eines mit Bogen und Pfeil bewaffneten Eingeborenen einen daran erinnerten, daß man sich zwischen dem 9. und 11. Grade N. Br. befände, so würde man eher glauben, in einer üppigen europäischen Gebirgslandschaft zu sein, als in einer afrikanischen Tropengegend.