Frau Scholz: Nie! da hätt ich ihm nur kommen sollen, mei Mann hätt mich schöne gestenzt. Bei meinen seligen Eltern . . . . ja wenn ich denke . . . . was war das für ein scheeenes Familienleben! Kein Weihnachten ohne Baum (gleichsam Gang und Maniren des Vaters copirend), wenn der Vater so am Abend aus dem Bureau kam und die schööönen Lehmannschen Pfefferkuchen mitbrachte! (sie bringt Daumen und Zeigefinger, als ob sie ein Stückchen dieses superben Kuchens damit hielte, in die Nähe des Mundes), ach ja, das sind vergangene Zeiten! Mei Mann, — der aß nich mal Mittags mit uns zusammen. Er wohnte oben, wir unten; der reine Einsiedler. Wollte man was von ihm, dann mußte man sich weeß Gott hinter Frieben stecken.

Auguste (am Ofen, wo sie anlegt): Ach, red doch nicht immer so!

Frau Scholz: Heiz Du lieber nich so unsinnig.

Auguste: Ja, soll’s denn nicht warm werden?

Frau Scholz: Die ganze Hitze fliegt ja heut zum Schornstein ’naus.

Auguste (unschlüssig, erbost): Ja, soll denn nu nicht angelegt werden?

Frau Scholz: Laß mich zufrieden!

Auguste (wirft die Kohlenschaufel geräuschvoll in den Kasten): Na, dann nicht! (wüthend links ab).

Ida: Ach, Gustchen, bleibt da! (zu Fr. Scholz) paß auf, ich werd’ sie schon wieder fidel machen (ihr nach, ab.)

Frau Scholz (resignirt): So sind meine Kinder alle! — nein, so ein Mädel wirklich! — und kein Halten. Bald möcht’ se das, bald jen’s. — Da fällt’s ihr uffemal ein . . . . da muß se lernen. Dann steckt se oben und red wochenlang ke Wort — dann kommt se sich wieder mal ganz überflüssig vor. — Ach Du mein Gott ja, Du bist zu beneiden! So’n liebes Dingelchen wie Deine Tochter is . . . .