Frau Buchner: Gut — dick — gesund — Du wirst Dich freuen über Deinen Sohn.
Frau Scholz: Ich muß mich wirklich wundern, daß der Junge kommt. Mei Herz hat mir manchmal richtig weh gethan; und was ich blos für Papier verschrieben hab’. Nich mal geantwortet hat er seiner alten Mutter. Wie hast Du ihn nur dazu gebracht? das kann ich nich begreifen, das kann ich nich begreifen.
Frau Buchner: Ich? o nein, Ida hat das über ihn vermocht.
Frau Scholz: Robert kümmert sich ja auch nicht viel um uns, aber er kommt doch wenigstens alle Jahr einmal um die Weihnachtszeit ein paar Tage. Das lobt man sich doch! aber Wilhelm . . . . sechs volle Jahre ist er nich hiergewesen: er und mein Mann sechs volle Jahre! Kommt sie denn mit ihm aus?
Frau Buchner: Ida? sehr gut, in jeder Hinsicht.
Frau Scholz: Das ist aber doch zu wunderlich Du kannst Dir nämlich nich denken, wie verschlossen der Junge immer war, ganz wie der Vater. Keinen Spielkameraden, keinen Schulfreund, kein Nichts hatte er.
Frau Buchner: Ja, ja, so war er anfänglich auch uns gegenüber. — Er wollte durchaus nicht anders als zu den Clavierstunden unser Haus betreten.
Frau Scholz: Na und dann is er doch gekommen?
Frau Buchner: Das heißt . . . . ja. Er sagte; wir sollten ihn nur vorläufig in Ruhe lassen, und wenn er so weit wäre, dann würde er schon selbst kommen. Wir waren so vernünftig, ihm seinen Willen zu lassen, und richtig, nachdem wir ein halbes Jahr gewartet — eigentlich schon nicht mehr gewartet — kam er. Von da ab Tag für Tag. Da ist es denn nach und nach so ganz anders geworden.
Frau Scholz: Ihr müßt hexen können. Die Verlobung allein schon ist ja ein ganz unbegreifliches Wunder für sich.