Dr. Scholz: Pssst! — sehen Sie mal nach — schließen Sie die Hausthür fest (Friebe nickt und vollführt den Befehl mit freudigem Eifer.)

Frau Scholz (vor Staunen außer sich): Aber sag mer nur Fritz! sag mer nur . . . . die Gedanken fliegen mer davon, (ihn weinend umhalsend) ach Fritz! was hast Du mir für Kummer gemacht in der langen Zeit!

Dr. Scholz (seine Frau sanft zurückdrängend): Ach, Du . . . . mein Leben ist auch . . . . wir wollen uns doch lieber nicht von Anfang an mit Vorwürfen . . . . Du bist doch immer die alte wehleidige Seele, (mit gelinder Bitterkeit) übrigens würde ich Dich sicher nicht belästigt haben, wenn nicht . . . . (Friebe nimmt ihm Mantel, Fußsack etc. ab.) Es giebt Lebenslagen, liebe Minna . . . . wenn man wie ich einflußreiche Gegner hat.

(Friebe ab durch den Treppenausgang, mit den Sachen des Doctor.)

Frau Scholz (gutmüthig schmollend): Es hat Dich doch Niemand geheißen Fritz! Du hatt’st doch hier ’n sichres, warmes Zuhause. So schön hätt’st Du leben können!

Dr. Scholz: Sei nicht böse, aber: daß verstehst Du nicht!

Frau Scholz: Na ja; ich bin ja nur ’ne einfache Person, das mag ja möglich sein, aber Du warst ja wirklich auf Niemand angewiesen, es war doch garnicht nöthig, daß Du . . . .

Dr. Scholz: Pssst, es war sehr nöthig (halbwegs geheimnißvoll) auf Schuld folgt Sühne, auf Sünde folgt Strafe.

Frau Scholz: Na ja — freilich Fritz — es hat wirklich auch viel an Dir mitgelegen (sie wirft von jetzt ab bis zum Schluß des Gesprächs fortwährend ängstliche Blicke nach der Hausthür, als befürchte sie jeden Augenblick die Ankunft Wilhelms), wir hätten doch so ruhig — so zufrieden . . . . wenn Du nur gewollt hätt’st.

Dr. Scholz: Alles hat an mir gelegen, ganz und gar Alles.