Robert (ihr nachrufend): Frau Buchner! (sich wendend) Hysterie, verdammte!

(Er zuckt mit den Achseln und durchmißt den Raum; mehrmals noch nimmt er plötzlich einen Anlauf, wie um ihr nachzueilen, ändert aber jedesmal seinen Entschluß, giebt ihn schließlich ganz auf und beruhigt sich gewaltsam bis zu einem Stadium scheinbaren Gleichmuths. In diesem Stadium beschäftigt ihn anfänglich seine Tabakspfeife: er klopft sie aus, füllt sie mit neuem Tabak, den er einem Beutel entnimmt, setzt sie in Brand und scheint mehrere Augenblicke dem Genuß des Rauchens ganz allein hingegeben. Sein Interesse fängt in der Folge an, sich dem Christbaum und den Geschenken auf der Tafel zuzuwenden, breitbeinig davorstehend und Alles überblickend lacht er, die Pfeife im Munde, wiederholt bitter auf. Plötzlich stutzt er dann und beugt sich, nachdem er die Pfeife in die Hand genommen, tief über die Tafel. Sich aufrichtend, scheint er jetzt erst die Entdeckung zu machen, daß er allein ist. Scheu wie ein Dieb umherblickend, beugt er sich abermals, ergreift mit Hast die gelbseidne Geldbörse, führt sie den Augen näher und mit einer jähen leidenschaftlichen Bewegung an die Lippen. Dieser Moment zeigt das Aufblitzen einer unheimlichen, krankhaften Leidenschaftlichkeit. Ein Geräusch stört ihn. Augenblicklich liegt die Börse an ihrem alten Platz. Auf den Zehen gehend, sucht Robert sich davon zu schleichen. Im Begriff durch die erste Seitenthür links zu verschwinden, bemerkt er, wie durch die Nebenthür seine Mutter, Frau Scholz, eintritt, und steht seinerseits still.)

Frau Scholz (geht schwerfällig aber eilig quer durch den Saal bis zum Treppenausgang; hier horcht sie).

Robert (sich zurückwendend): Sag’ mal, Mutter! — was will denn eigentlich diese Frau?

Frau Scholz (erschreckt): O Gottogottogott!! — Du erschrickst ein’n aber auch . . . .

Robert: Was . . . . w . . . . was beab . . . . was die Buchner hier eigentlich beabsichtigt, möchte ich gerne wissen.

Frau Scholz: Wenn ich lieber wüßte, — was der Vater . . . . Was will er denn eigentlich? ja — sag’ mir! — was — will er?

Robert: Na, die Unterkunft wirst Du ihm doch wohl nicht verweigern wollen?

Frau Scholz (halb weinerlich trotzend): Ich seh nicht ein, — so lange hat er mich nicht nöthig gehabt. Man war doch wenigstens sei’ eigner Herr. Nu wird’s wieder schön losgehen, das Gekujenire. Nu wird man woll uff seine alten Tage noch wie e kleenes Kind pariren müssen.

Robert: Du mußt immer übertreiben! Es geht partout nicht anders: übertrieben muß werden.