Ida: Deine Mutter — litt wohl — sehr?

Wilhelm: In manchen Dingen, denk’ ich ja heut’ anders über Mutter. Immerhin, die Hauptschuld trägt Vater doch. Damals kam mir’s vor, als ob er Mutter widerrechtlich hier gefangen hielte. Ich wollte gerade, sie sollte sich von ihm trennen.

Ida: Aber — das konnte Deine Mutter — garnicht, das, —

Wilhelm: Sie folgte mir ja auch nicht. Sie hatte nicht den Muth. — Nun — mit welchen Augen ich Vater ansah . . . . nun, das kannst Du Dir vielleicht denken.

Ida: Sieh’ mal Wilhelm! — Du warst vielleicht doch nicht ganz gerecht gegen Deinen Vater . . . . Ein Mann . . . .

Wilhelm (ohne Ida’s Einwurf zu beachten): Einmal — beging ich — die Thorheit — einen Freund von mir . . . . Unsinn Freund . . . . flüchtiger Bekannter, — ein Musiker . . . . Ich brachte ihn also mit hierher. Das war eine Auffrischung für Mutter. Sie spielte nämlich — eine Woche lang —, täglich mit ihm vierhändig . . . . . . . . Da also . . . . haarsträubend . . . . so wahr wie ich vor Dir stehe —; kein Schatten einer Möglichkeit! — und am Ende der Woche — schrieen es ihr — Dienstboten — in’s Gesicht.

Ida: Verzeih’! . . . . Ich . . . . Um was —?

Wilhelm: Mutter! . . . . Mutter sollte . . . . Meine Mutter sollte . . . . Sie sollte — denke Dir! sie wagten es ihr offen vorzuwerfen, daß sie — ein schlechtes — Verhältniß — mit . . . . das heißt! ich stellte die Person zur Rede . . . . frech . . . . der Kutscher hätte es ihr gesagt . . . . ich zum Kutscher und der . . . . der . . . . der will es . . . . der sagt mir geradezu, ich habe es vom Herrn . . . . vom Herrn selber — . . . . Natürlich . . . . wo werde ich ihm denn so was glauben?! — oder — wenigstens — sträubte ich mich — bis — ich — ein Gespräch — belauschte, — was Vater — im Stall . . . . im Pferdestall mit dem Burschen — hatte, — und — Du kannst mir — glauben: — die Hände — starben — mir — ab, — wie ich — ihn da — über meine — Mutter — reden hörte.

Ida: Sei doch nur . . . . Laß Dich doch nur . . . . reg’ Dich doch blos nicht so furchtbar auf. Du bist ja ganz . . . .

Wilhelm: Ich weiß nicht mehr . . . . Ich weiß nur . . . . Es steckt etwas in uns Menschen . . . . der Wille ist ein Strohhalm . . . . man muß so etwas durchmachen . . . . Es war wie ein Einsturz . . . Ein Zustand wie . . . . und in diesem Zustand befand ich mich plötzlich in Vaters Zimmer. — Ich sah ihn. — Er hatte irgend etwas vor — ich kann mich nicht mehr besinnen was. — Und da — hab’ ich ihn — buchstäblich — mit — diesen — bei — den Händen — ab—ge—straft. (Er hat Mühe sich aufrecht zu erhalten).