Auguste (in Hast und Bestürzung von draußen herein. Innen angelangt schlägt sie die Glasthür heftig in’s Schloß und stemmt sich dagegen, wie um Jemand den Eintritt zu verwehren.)

Frau Scholz (auf’s heftigste erschrocken schnell nach einander): O Gottogottogott!!!

Frau Buchner: — Ja — was . . .?

(Auguste ist lang aufgeschossen und auffallend mager, ihre Toilette ist hochmodern und geschmacklos. Pelzjacke, Pelzbarrett, Muff. Gesicht und Füße sind lang; das Gesicht scharf mit schmalen Lippen, die fest aufeinander passen und Zügen der Verbitterung. Sie trägt eine Lorgnette. Mit der Aufgeregtheit der Mutter verbindet sie ein pathologisch offensives Wesen. Diese Gestalt muß gleichsam eine Atmosphäre von Unzufriedenheit, Mißbehagen und Trostlosigkeit um sich verbreiten.)

Auguste: Draußen . . . . meiner Seele . . . . es ist Jemand hinter mir hergekommen.

Frau Buchner (die Uhr ziehend): Wilhelm vielleicht schon — nein, doch nicht. Der Zug kann noch nicht da sein, (zu Auguste) warten Sie doch mal! (sie greift nach der Thürklinke, um sie zu öffnen).

Auguste: Nich doch, nich doch!

Frau Buchner: Sie sind nervööös, liebes Kind, (sie geht durch die Glasthür und öffnet das Außenportal. Ein wenig zaghaft) Ist Jemand hier? — (resolut) Ist Jemand hier? (Pause, keine Antwort.)

Frau Scholz (erbost): Großartig wirklich — Ich dächte ma hätte gerade genug Aufregung. Man kann ja den Tod davon haben. Was Du och immer hast.

Auguste: Haben! haben! (batzig) was ich nur immer haben soll?!