Robert: Geschmacksache! — Für mich ist es ein idealer Winkel geradezu; — soll man sich denn immerfort aus dem Gleichgewicht bringen lassen, soll man sich denn kopfverwirrt machen lassen, — ich werde so wie so zwei bis drei Tage gebrauchen um mich — auf mein Bischen Lebensweisheit zu besinnen.

Wilhelm: Sag was Du willst: das nenn ich feig.

Robert: Na item, nenn es so. Früher oder später kommst Du doch auf meinen Standpunkt. Vater ist auch zuletzt auf diesen Standpunkt gekommen. Vater und Du, Ihr ähnelt einander zum verwechseln. Ihr seid dieselben Idealisten. Anno 48 hat Vater auf den Barrikaden angefangen, und als einsamer Hypochonder macht er den Schluß. — Man muß sich an die Welt und an sich selbst bei Zeiten gewöhnen, Du! — eh man sich die Hörner abgelaufen hat.

Wilhelm: Oder aber an sich arbeiten, um anders zu werden.

Robert: Das sollte mir einfallen, ich bin, wie ich bin. Ich habe ein Recht so zu sein, wie ich bin.

Wilhelm: Dann fordere Dein Recht auch offen!

Robert: Ich werde mich hüten, denn ich will zu meinem Rechte kommen. Die Moralphilister sind nun mal in der Mehrheit. — Uebrigens ich muß nun doch gehen — also . . . . und wenn ich Dir rathen soll, Du: nimm Dich vor den sogenannten guten Vorsätzen in Acht!

Wilhelm (kalt): Wie meinst Du denn das?

Robert: Ganz einfach: man muß nicht Dinge leisten wollen, die man seiner ganzen Naturanlage nach nun mal nicht leisten kann.

Wilhelm: Zum Beispiel?