Warum hast du die Freundin mitgebracht?
Hanna:
Warum lebst du denn hier mit deinen Freunden? — Mir liegt nichts an ihr, ich brauche sie nicht. Nun also: Sie hat sich an mich gehangen, sie ist ohne Bekannte in Berlin; — sie ist eine harmlose kleine Person; und ich bin ein Weib, von allen verlassen. (Sie steht am Fenster und weint leise.)
Schilling
(nach längerem Stillschweigen, leise):
Ich rate dir, wieder zu deinem Mann zu gehn.
Hanna
(fährt auf, mit leidenschaftlicher Heftigkeit):
Nie! Niemals! Warum sagst du das, Gabriel? Wo du doch weißt, wie bis ins Herz hinein mich das kränkt. Ich habe nichts mehr mit ihm zu tun. Ich werde mit meinem Kind trockenes Brot essen, aber niemals werd ich auch nur einen Pfennig bei ihm erbitten gehn. Viel lieber selbst nach Odessa zurück und von dort mit dem Kinde im Arm nach Sibirien.
Schilling