(erhebt sich, seufzt tief und geht umher.)

Hanna:

Ihr quält eine Frau, das vermag nur der Deutsche!

Schilling:

Gut, Hanna, nehmen wir das mal an! — Jetzt sei so gut, Hanna, beruhige dich! Ja? Laß deinen bewährten Verstand mal aufleuchten! — Laß mich! Verfolge mich einige Wochen, einige Monate lang nicht! Die Sache ist die: ich bin nicht mehr ich! Mein ganzes Wesen, meine ganze ursprüngliche Art zu sein, ist durch das Leben mit dir umgebildet; glaube mir, daß ich mir selber entfremdet bin. Ich bin alledem entrückt und entfremdet worden, womit und wozu ich geboren bin, und wodurch ich allein existiere und wachse. Das hab ich verloren, das suche ich nun. Und dazu muß ich allein sein, Hanna. Ich muß mich besinnen, ich muß blindlings fast wieder zum Kinde werden! Erst wieder neu gehen lernen, genau wie ein Kind!

Hanna:

O, ich weiß wohl; ich kenne die ganze Intrige. Ich kenne den Mann, der ihr Urheber ist. — Er hat mich gemieden von Anfang an; schon als du uns das erstemal vorstelltest, wußte ich gleich, er ist mein Feind. — Nun, ich verlange von ihm nicht Gerechtigkeit — aber wenn er behauptet, und wenn er sagt, er wolle dein Bestes mehr als ich ... wenn Ottfried Mäurer das sagen will, Gabriel, so achte ich diese niedrige Lügen auch nur im allergeringsten nicht!

Schilling

(preßt ihr Handgelenk, wird von einer anderen Empfindung mehr und mehr überwältigt):

Verstehe! Begreife, geliebte Hanna! Ich möchte schreien ... ich möchte dir klar machen ...