Helene verbeugt sich tanzstundenmäßig.
Stimme Hoffmann’s durch die geschlossene Zimmerthür: Kinder! keine Umstände! — Ich komme gleich heraus. Loth! es ist meine Schwägerin Helene Krause! Und Schwägerin! es ist mein Freund Alfred Loth! Betrachtet Euch als vorgestellt.
Helene. Nein, über Dich aber auch!
Loth. Ich nehme es ihm nicht übel, Fräulein! Bin selbst, wie man mir sehr oft gesagt hat, in Sachen des guten Tons ein halber Barbar. — Aber wenn ich Sie gestört habe, so ...
Helene. Bitte, — Sie haben mich gar nicht gestört, — durchaus nicht. Befangenheitspause, hierauf: Es ist ... es ist schön von Ihnen, daß — Sie meinen Schwager aufgesucht haben. Er beklagt sich immer von ... er bedauert immer, von seinen Jugendfreunden so ganz vergessen zu sein.
Loth. Ja, es hat sich zufällig so getroffen. — Ich war immer in Berlin und daherum — wußte eigentlich nicht, wo Hoffmann steckte. Seit meiner Breslauer Studienzeit war ich nicht mehr in Schlesien.
Helene. Also nur so zufällig sind Sie auf ihn gestoßen?
Loth. Nur ganz zufällig — und zwar gerade an dem Ort, wo ich meine Studien zu machen habe.
Helene. Ach, Spaß! — Witzdorf und Studien machen, nicht möglich! in diesem armseligen Neste?!
Loth. Armselig nennen Sie es? — Aber es liegt doch hier ein ganz außergewöhnlicher Reichthum.