Loth. Aber Fräulein, wie können Sie nur .... weshalb sollte ich Sie denn ....
Helene. Nun, etwa nicht? Sie denken doch: die ist auch nicht besser wie die Anderen hier.
Loth. Ich denke von Niemand schlecht, Fräulein!
Helene. Das machen Sie mir nicht weis .... nein, nein!
Loth. Aber Fräulein! wann hatte ich Ihnen Veranlassung ...
Helene nahe am Weinen. Ach, reden Sie doch nicht! Sie verachten uns, verlassen Sie sich d’rauf — Sie müssen uns ja doch verachten, — weinerlich — den Schwager mit, mich mit. Mich vor allen Dingen und dazu, da — zu haben Sie wahr... wahrhaftig auch Grund. Sie wendet Loth schnell den Rücken und geht, ihrer Bewegung nicht mehr Herr, durch den Obstgarten nach dem Hintergrunde zu ab. Loth tritt durch das Pförtchen und folgt ihr langsam.
Frau Krause in überladener Morgentoilette, puterroth im Gesicht, aus der Hausthür, schreit. Doas Loaster vu Froovulk! Marie! Ma—rie!! unter men’n Dache? Weg muß doas Froovulk! Sie rennt über den Hof und verschwindet in der Stallthür. Frau Spiller, mit Häkelarbeit, erscheint in der Hausthür. Im Stalle hört man Schimpfen und Heulen.
Frau Krause die heulende Magd vor sich hertreibend, aus dem Stall. Du Hurenfroovulk Du! — Die Magd heult stärker — uuf der Stelle ’naus! Sich Deine sieba Sacha z’samma und dann ’naus! Helene, mit rothen Augen kommt durch den Thorweg, bemerkt die Scene und steht abwartend still.
Die Magd entdeckt Frau Spiller, wirft Schemel und Milchgelte weg und geht wüthend auf sie zu. Doas biin iich Ihn’n schuldig! Doas war iich Ihn’n eitränka!! Sie rennt schluchzend davon, die Bodentreppe hinauf. Ab.
Helene zu Frau Krause tretend. Was hat sie denn gemacht?