Weimar, den 16. Februar 1829.

Schon in Wittenberg hatte ich eine Antwort der Großfürstin auf meinen Brief erhalten, die ich beilege, und also Frieden geschlossen war. Den fand ich also auch durch die Art meines Empfanges als etabliert bestätigt und so störte nichts die Freude des Wiedersehens.

Ich habe gestern meiner Prinzeß das Brautgeschenk, die Perlen, überreicht, die sehr gütig von Allen aufgenommen wurden. Heute übergab die Groß-Fürstin an Augusta ihr Braut-Geschenk, in einem Kamm und Collier von Rubis balais bestehend, ganz superbe.

Um Mitternacht. Die Verlobung ist vorüber und ich dadurch um einen bedeutenden und wichtigen Schritt näher dem so lang ersehnten Ziel. Gott wolle mir stets die Zukunft so heiter und zufrieden gestalten, als sie mir jetzt leuchtet und wie es die Gegenwart ist. Dies ist Alles sagen, was ich vermag, indem es ja alles sagt, was ich über Augustens Eigenschaften aussprechen kann. Die wichtigen Momente im Leben weiß sie gerade auf eine so schöne und hohe Art zu nehmen und mit mir zu besprechen, daß sie mir täglich edler und besser erscheint. Zu Gott flehe ich, daß er sie mir so erhalte und mich ihr würdig.

Ewig ihr gehorsamer Sohn
Wilhelm.

Weimar, den 1. März 1829.

Ihre Wünsche sowie die meinigen sind hinsichtlich des Termines und Ortes glücklich erreicht... ich habe mich mit der Großfürstin vor mehreren Tagen völlig über Alles ausgesprochen, Vergangenes und Zukünftiges; über das Vergangene sagt sie, sei Friede geschlossen durch die gegenseitig zuletzt gewechselten Briefe. Über die Zukunft, d. h. Termin und Ort der Vermählung[50], erklärte ich, daß ich Ihnen Alles übergeben hätte, seitdem Sie die Gnade gehabt hätten, auf jenen Brief der Großfürstin an mich zu antworten, ich also ganz nach Ihren Ansichten handeln würde und gleich Ihnen ruhig der Entscheidung entgegen sähe. Schon in dieser Unterredung merkte ich, daß sie entschlossen war, in Alles einzuwilligen, daß aber, wie sie damals sagte Mühe haben würde, den Großherzog zu disponieren.

Weimar, den 10. März 1829.

Gerade in diesem Jahre den heutigen[51] Tag entfernt von Ihnen und dem teueren Ort zu begehen, der uns in der Mittagstunde zusammenführt, können Sie leicht denken, ist mir eine unendlich schmerzliche Entbehrung. Denn wie viel umfassend müßte heute wohl ein Gebet sein, daß an jener Stelle nur um so inbrünstiger und bedeutungsvoller gewesen sein würde. Ich habe ihren Segen erfleht auf Alles, was in diesem Jahre mich so entscheidend treffen soll. Wäre sie noch unter uns, so hoffe ich, würde sie mit der getroffenen Wahl zufrieden gewesen sein und die neue Tochter geliebt haben. An dem heutigen bedeutungsvollen Tag muß ich Ihnen also Augusta von Neuem empfehlen und Ihnen allein, da keine Mutter sie bei uns empfängt, deren Segen aber immer unter uns bleiben wird und so sich auch auf Augusten ausbreiten wird...