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GRÖSSERE BILDANSICHT]

Der große Übelstand, der unserem jetzigen Hause anklebt, ist, daß es weder Hofraum noch Stallungen hat und wegen seiner geringen Ausdehnung und Terrainbesitz keine Vergrößerung erlaubt, ohne das Grundstück, welches der Minister von Schuckmann jetzt inne hat, zu überschreiten.

Ohne Zuziehung dieses Grundstückes zu dem unsrigen ist daher eine Palais-Einrichtung hier für uns unmöglich. Der anliegende Plan zeigt, in welcher Art allein auf eine bequeme Art die Ställe und Remisen angelegt werden können und wie dadurch ein Hofraum noch übrig bleibt, der die notwendigste Größe hat.

Was nun unser Haus an und für sich anbetrifft, so glaubten wir anfänglich die Mauern der unteren Etage conservieren zu können: es hat sich aber gezeigt, daß sie viel zu schwach sind, um einen höheren Bau zu tragen; auch daß die Balkenlagen der Etagen schon so verdorben sind, daß sie erneuert werden müssen. Das Haus wird daher müssen ganz abgerissen werden; die dadurch entstehenden Kosten werden durch das dabei gewonnene Material wiederum gedeckt. Um dem Hause aber einige etwas größere und Palaisdimensionen im Innern geben zu können sowie eine regelmäßige Mitte, die ihm bisher fehlte, so ist eine Vertiefung nach dem Hofe zu, eine Erweiterung auf die Hälfte des kleinen Gartens und ein Überbau über die Gasse nach dem Niederländischen Palais[56] projektiert, wozu die Genehmigung der Tante[57] einzuziehen sein würde. Die so zu gewinnende Mitte ward bedingt durch das Grundstück der Bibliothek, von welchem dennoch einige Fuß genommen werden mußten und daher nicht noch mehr vom kleinen Garten zugezogen werden konnte. Der Rest des Gartens würde in eine Art Terrasse verwandelt werden können. Der kleine Hof hinter dieser Terrasse mußte wegen einiger Bibliotheksfenster ausgespart werden.

Die Einteilung der Wohnungen in den verschiedenen Etagen geht aus den Plänen hervor. Was die Wohnung anbetrifft, so ist sie für den Fall der möglichen Nachkommenschaft bestimmt. Das jetzige Schuckmannsche Haus würde nur die drei Wohnungen der Oberhofmeisterin und der beiden Hofdamen aufnehmen, sowie das Hofmarschallamt, meine beiden Militärbureaus und die Wohnung für das auf Quartier Anspruch habende Domesticale. Sollte dann noch Raum übrig bleiben, so würde ich einige meiner alten Diener, welche bis zu meiner Verheiratung freie Wohnung hier hatten, dort unterbringen, die es wohl verdienen, da einer derselben jetzt 30 Jahre, ein anderer 28 Jahre, 20 Jahre bei mir ist. Außerdem reicht das Kellergelaß im zu erbauenden Palais nicht aus, so daß die des Schuckmannschen Hauses ebenfalls gebraucht würden.

Sie werden sich hiernach gnädigst überzeugen, daß, wenn streng genommen nicht das ganze Schuckmannsche Haus vielleicht gebraucht würde, doch eine Teilung desselben unmöglich ist, es auf der anderen Seite wiederum gar nicht zu entbehren ist. Auch in der Zukunft dürfte es vielleicht noch sehr nützlich werden.

Die Unterbringung des Ministeriums des Innern dürfte keine Schwierigkeiten haben, indem das Haus des Staatskanzlers in sofern disponibel ist, als der Geheimrat v. Stägemann[58] in demselben zur Miete wohnt. Die Bureaus des Ministers Graf Lottum[59], welche sich in jenem Hause befinden, oder die des Ministers v. Schuckmann[60] würden die Acquisition eines kleinen Locals nötig machen. (Als Carl sein Palais erhielt, mußten für den Generalstab und für das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten gleichfalls Locale beschafft werden.) Übrigens wird die Deplacierung des Ministeriums des Innern ungefähr erst in zwei Jahren nötig, da der ganze Bau und die Einrichtung bis zum Einziehen wohl drei Jahre erfordern würde, im dritten Jahre aber erst mit dem Bau der Stallungen vorgeschritten zu werden braucht. Im Schuckmannschen Hause selbst würden nur unbedeutende Wohnungseinrichtungen vorkommen, wie dies in jedem lang bewohnt gewesenen Hause der Fall ist, die Damen sich überdies selbst möblieren müssen und für die Bureaux-Einrichtung alles existiert.

Demungeachtet kommt der Kostenanschlag schon hoch genug und erreicht dieselbe Summe, welche alle diejenigen Projecte erreichten, die ich Ihnen voriges Jahr vorlegte. Der Geh. Rat Schinkel hat nämlich den Bau nach den höchsten Sätzen (die des Museums) angeschlagen, um eher dahinter in der Ausführung zu bleiben, als sie zu übersteigen, wonach derselbe mit der ganzen Einrichtung bis zum Einziehen 340000 Thlr. beträgt. Von den hierin begriffenen 80000 Thlr. Einrichtungskosten gehen die sämtlichen Möbel ab, welche bei der Einrichtung unsers jetzigen Hauses angeschafft wurden, wodurch die Summe noch um Etwas also sich ermäßigt.

Was für eine Einrichtung hinsichtlich unsers jetzigen Hauses und des Schuckmannschen getroffen werden soll, wird von Ihrem Befehl abhängen, ob dieselben nämlich von ihren jetzigen Behörden erkauft werden oder ob sie wie bisher auf deren Rechnung benutzt werden sollen. Das unsrige gehört nämlich dem Militärfond und das Schuckmanns der Landeswitwenkasse. Der Kauf beider Grundstücke würde ungefähr 100000 Thlr. betragen.

Wenn Sie nun die Gnade hätten, diesen Bau zu genehmigen, so würde ich vorschlagen, denselben unter Schinkels Leitung durch einen Militärcommissarius, Capitän Moser, ausführen zu lassen, weil derselbe gewiß manche Ersparnis erzielen wird.