Berlin, den 1. März 1834.

Die Vorbereitungen zum Umbau unsers Palais sind nunmehr so weit vorgeschritten, daß derselbe auf dem bisher innegehabten Grundstück unter den Linden in der Mitte dieses Monats beginnen kann, so daß bereits im Herbst das erneuerte Gebäude unter Dach sein kann. Mit Ihrer gnädigen Erlaubnis würden wir daher um die angegebene Zeit unsern Umzug nach dem Schlosse bewerkstelligen. Den Vorstellungen des Hofmarschalls v. Malzahn habe ich gern nachgegeben, wenn ich Ihre Genehmigung nachsuche, nicht die früher gewählten Räume bewohnen zu dürfen, sondern das kleine Appartement des seligen Königs, da dasselbe alle Bequemlichkeiten darbietet, die dem zuerst gewählten durch das Erscheinen des Kleinen[90] nun abgehen.

In der Anlage überreiche ich untertänigst die Pläne des Baurats Langhans[91], die die Genehmigung des Geheimrats Schinkel erhalten haben. Von den mitkommenden Façaden erscheint die im Florentinischen Stil mit den Bogenfenstern wegen ihrer Seltenheit in Berlin vielleicht den Vorzug zu verdienen. Sollten Sie jedoch den anderen den Beifall zollen, so sehe ich Ihren Befehlen entgegen, die ich aber vielleicht bald erbitten darf, damit der Baumeister sich auf das eine oder andere präpariere...

Dobberan, den 13. August 1834.

.... Durch den Hofmarschall von Malzahn bin ich benachrichtigt worden, daß Sie die Kosten der Instandsetzung der Fenster, Küchen usw. in dem mir im Schloß angewiesenen Räumen, nicht übernehmen zu wollen befohlen haben. Ich darf mich wenigstens über jenen Antrag rechtfertigen, denn ich habe ihn beim Hofmarschall gemacht, in der Voraussetzung, daß es seine Pflicht sei, die angewiesenen Räume in solchem Zustand zu überweisen oder herzustellen, daß sie brauchbar sind. In Küche und Keller war dies in einem so hohen Grade nicht der Fall, daß Sie die Details kaum glauben würden. Wie wenig aber die Wohnung selbst gegen die Winterwitterung geschützt ist, beweist die gemachte Aufnahme zu den Reparaturen, die der Kastellan besorgt hat und auch, daß Alexandrine[92] vorigen Winter ein Zimmer ganz hat verlassen müssen, weil es nicht mehr wegen Zug und Kälte bewohnbar war.

Ich glaubte diese Ausführungen machen zu dürfen, um wenigstens den Glauben von mir abzuwenden, als habe ich etwas Unbilliges verlangt. Die verlangte Summe war allerdings nicht bedeutend, aber ich glaubte das Recht auf meiner Seite zu haben, als ich dem Hofmarschall den Antrag machte, während ich mir ein Palais baue, die einstweilen überwiesenen Schloß-Zimmer nicht auch noch im baulichen Zustande halten zu müssen.

Wien, den 14. März 1835.

.... Immer mehr muß man die Weisheit bewundern, mit welcher der verstorbene Kaiser seine letzten Anordnungen traf, die, wenn sie auch länger schon mit dem Fürsten Metternich vorbesprochen waren, doch nur in den letzten Lebensaugenblicken zu Papier gebracht wurden. Das so zu nennende politische Vermächtnis für seinen Nachfolger, wovon mir Fürst Metternich eine Abschrift im engsten Vertrauen für Sie mitgeben wird, ist ein Muster von Weisheit, Einfachheit und Kürze und muß einen tiefen und heilsamen Eindruck auf Jeden machen. Die Einigkeit der kaiserlichen Familie fährt fort, sich bei jeder Gelegenheit abzusprechen; dieselbe Einigkeit in den Grundsätzen, zu den Handlungen, und in den allgemeinen politischen Ansichten ist bei allen höchsten Beamten und bei Allen, die ich sonst noch gesprochen habe, ungemein erhebend und erfreulich zu sehen. Die Armee soll in einer musterhaften Verfassung sein und durch ein enormes Avencement, was lauter junge Männer an die Spitze der Truppen brachte, auch in ihrem geistigen Elemente im höchsten Grade belebt. Durch alle diese Verhältnisse erscheint Österreich in diesem Moment trotz des entsetzlichen Stoßes, den es soeben erlitten hat, dennoch auf einem Standpunkt zu stehen, der volle Anerkennung verdient und der, wenn Menschen und Umstände so verbleiben, eine ungetrübte Zukunft versprechen; und daß die am Ruder stehenden Männer keine veränderten Umstände herbeiführen wollen, dafür bürgt das Gefühl des notwendigen Zusammenhaltens Aller; hier liegt die ganze Garantie für die Zukunft.

Berlin, den 24. April 1835.

Der Kriegsminister benachrichtigt mich heute in einem Privatschreiben, was Sie infolge seines erneuten Vortrages über die Dienstreisen zu erklären geruht haben. Ich muß zwar vermuten, daß der Minister bei dieser Gelegenheit auch meine Vorstellungen erwähnt hat, die ich ihm auf die Cabinetsordre vom 18. März gemacht habe. Da jedoch Ihre anderweitigen Erklärungen, die ich heute in Erfahrung bringe, die Besorgnisse für das fernere Wohl der Armee, welche mir meine Eingaben an den Kriegsminister diktierten, leider nicht benehmen, so halte ich es für meine Pflicht, als eines der Organe der Armee und vermöge meiner Kindesstellung zu Ihnen, hier in der Kürze die Gründe nochmals auszuführen, welche mir jene Besorgnisse einflößen.