[51] Todestag der Königin Luise. — Am 18. Juli, ihrem Geburtstag, schreibt der Prinz an seinen Vater:.... Wir werden morgen zum Monument nach Charlottenburg gehen.... meine Gebete an der heiligen Stätte sind jetzt neuer Art, da ich ja für ein Glück dort zu danken habe, das gewiß von oben gehalten und gesegnet wird....
[52] In der bei Cotta in Stuttgart — nicht in Dresden! — erscheinenden „encyclopädischen Zeitschrift für gebildete Leser“ Hesperus (1829) war in den Nummern 206 bis 219 ein anonymer — „der Verfasser ist Katholik und Süddeutscher, war nie preußischer Untertan und ist auch jetzt in keinerlei Verband mit Regierung oder Untertanen dieses Landes“ — Aufsatz aus dem November 1828: Ein neues Manuskript aus Süddeutschland, veröffentlicht worden, worin sich folgende Sätze finden: „Da erscheint die Morgenröte Deutschlands; man erstaunt über die Taten der Preußen.... eine unbekannte Kraft überwältigt Alles und siegt, die Riesenkraft der Einheit.... der Wiener Congreß täuscht Alles, noch hoffen Alle Alles von Preußen, auch diese Hoffnung schwindet. In jetziger Zeit, wo die moralische Kraft so viel zählt, mag man Preußen mit Recht den ersten Staaten beizählen, besonders wenn man seine vortrefflich eingerichtete Militärmacht, das Aufblühen seiner Finanzen, seiner Nahrungsquellen und seiner Bevölkerung sowie die Tätigkeit der Regierung, was Erhaltung und Bildung betrifft, mit in Anschlag bringt.“ Dann wird die Frage aufgeworfen, „ob Preußen die Eigenschaften hat, Deutschlands Schicksal zu leiten“; bei der Beantwortung wird zunächst festgestellt, daß „Preußen von allen deutschen Ländern am meisten in physischer und geistiger Kultur fortschreitet“, und das Für und Wider einer Alliance der übrigen deutschen Staaten mit Preußen erwogen: „die Alliance mit Preußen gäbe der Politik der deutschen Fürsten ihren wahren nationalen Haltepunkt, ohne daß ihre Selbständigkeit und Freiheit darunter leiden könnte; das Gewicht dieser echt deutschen Alliance gäbe erst Europa ein festes Centrum...., hier wäre der Embryo eines ewigen Friedens gefunden.“ Als Ergänzung zu diesen Gedankengängen diene eine Stelle aus einer in der gleichen Zeitschrift Nr. 247 vom 15. Oktober gedruckten Korrespondenz aus Rheinbayern: „der mit Preußen abgeschlossene Handelsvertrag ist bekannt gemacht worden und gewiß muß ganz Deutschland dem hochherzigen Monarchen, der es sich so mit Wärme angelegen sein läßt, Deutschland von den lästigen Binnenzöllen zu befreien und es zu vereinen, den wärmsten Dank zollen.“ Vgl. dazu folgende Briefstelle Friedrich Wilhelms III. an seinen Sohn: Berlin, den 31. Oktober 1829. .... Die sonderbare politische Stimmung oder Mißstimmung, die in Weimar zum Nachteile Preußens herrscht, ist ebenso absurd wie lächerlich und mir längst bekannt. Es ist dies die Folge des abgeschmackten Finassierens, dessen sich die mehresten deutschen Staaten angesteckt finden lassen. Das Warum ist schwer zu ergründen, da Hirngespinste die Stelle der Gründe vertreten müssen. Gottlob, daß sich’s an vielen Orten jetzt schon anders gestaltet, wie Du selbst es bemerkt hast. Mir macht alles dies weder kalt noch warm. Sollen die Herren sich mit Preußen verständigen, gut; wollen sie nicht, auch gut. Preußen bleibt nichtsdestoweniger, was es ist.
[53] Christian Wilhelm Schweitzer (1781/1856) war nach etlichen Jahren der Lehrtätigkeit in Jena 1818 als Geheimer Staatsrat in das Weimarsche Ministerium eingetreten, wo er sehr bald auf allen Gebieten der Verwaltung usw. die ausschlaggebende Stimme hatte, bis er im März 1848 zurücktreten mußte.
[54] Karl Friedrich Schinkel (1781/1841), einer der bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts, hatte bereits das alte Johanniterordenpalais in Berlin zum Palais des Prinzen Karl umgebaut; in Schinkels Sammlung architektonischer Entwürfe, Berlin, 1819/40, Tafel 134/5, finden sich zwei Entwürfe für das Palais Wilhelms I.
[55] Der erwähnte Plan liegt dem Originale des Briefes nicht bei.
[56] Das heute noch neben dem Palais stehende Gebäude, in dem jahrzehntelang das königliche Hausministerium untergebracht war.
[57] Die Schwester Friedrich Wilhelms III., Wilhelmine, war mit Wilhelm I., König der Niederlande, vermählt; ihr hatte das Palais ursprünglich gehört.
[58] Friedr. Aug. Stägemann (1763/1840), der Mitarbeiter Steins und Hardenbergs am preußischen Reformwerk, als Mitglied des Staatsrates in ausschlaggebender innerpolitischen Stellung.
[59] Vgl. Anm. S. 101.
[60] Kaspar Friedrich v. Schuckmann (1755/1834), ausgezeichneter preußischer Staatsmann, seit 1814 Minister.