[81] An seine Tochter Charlotte schreibt Friedrich Wilhelm III. nach Petersburg am 13./25. September 1830 (vgl. Hohenzollernjahrbuch 1916, S. 153): „Aus Belgien erwartet man mit Ungeduld und, ich möchte sagen, mit Bangigkeit Nachricht, indem Fritz Oranien (Pr. Fr. d. Niederlande, des Königs Schwiegersohn) am 17. Ordre empfangen hat, auf Brüssel zu marschieren, um die Revolution durch die Gewalt zu besiegen. Möchte es ihm gelungen sein.“

[82] Am 1. Oktober 1830 heißt es aus Weimar an den Vater:.... Die Umgegend hier ist noch immer in Gährung. Es sind 400 Mann nach Jena geschickt worden, um Arrestationen vorzunehmen und die Bürgerschaft zum Ablegen der Waffen zu nötigen, was auch sogleich erfolgt ist. Aus Ilmenau war auch eine Deputation hier; man hat sie aber ernsthaft auf den ungesetzlichen Schritt aufmerksam gemacht und sie sind ganz beschämt abgegangen....

[83] Karl Friedrich Heinrich Graf v. Wylich und Lottum (1767/1841) war ursprünglich als Offizier im militärischen Verwaltungsdienste tätig; seit 1818 hat er als Mitglied des preußischen Staatsrates die Finanzgeschäfte geführt, ohne irgendwie schöpferisch hervorzutreten.

[84] Am nächsten Tage korrigiert Prinz Wilhelm die Zahlen seines Schreibens in einer ergänzenden Tabelle, „da ich den Pferdebestand eines Kavallerieregiments bald exclusive, bald inclusive Unteroffiziere berechnet habe“.

[85] Prinz Wilhelm blieb auch weiterhin um Wilhelm Solms besorgt; aus Belvedere bei Weimar heißt es am 26. Juni 1831: Soeben erhalte ich einen Brief von Wilhelm Solms, der mir in seiner Herzens-Angst schreibt, indem ihm die Nachricht zugekommen sei, Sie wollten ihn nicht, seinem und seines Bruders und seiner Mutter Wunsch gemäß, nach Düsseldorf versetzen, sondern zu einem andern Regimente am Rhein. Ich glaube zwar nicht, daß dies Gerücht wahr ist, doch wollte ich nochmals Ihre Gnade für ihn in Anspruch nehmen, daß es bei seiner Versetzung nach Düsseldorf verbleibe, die ja so ganz für sein Verhältnis paßt.

[86] Wilhelm Radziwill, der Bruder der Prinzessin Elisa (1797/1870).

[87] Die Cholera drang im Sommer 1831 zum ersten Male als Seuche in Deutschland ein.

[88] Dieser Brief ist der einzige der Sammlung, der schon gedruckt ist (bei E. Berner, Kaiser Wilhelms des Großen Briefe, Reden und Schriften, Bd. 1, 1906, S. 108/12); das ist wohl nur dadurch zu erklären, daß Friedrich Wilhelm III. das Schreiben seines Sohnes wegen des darin behandelten Gegenstandes an die oberste Militärbehörde weitergab, wo zu den betreffenden Akten eine Abschrift davon genommen ward, ehe das Original wieder an den König zurückgelangte.

[89] Als Knabe hatte Prinz Wilhelm auf dem „Babertsberge“ eine Feldschanze angelegt; jetzt plante er dort ein einfaches Schlößchen. Auf der ersten Seite des dort benutzten Fremdenbuches machte der Prinz folgende Eintragung: Am 3. August 1833 erteilte mir der König die Erlaubnis, meinen Lieblingsplan, auf dem Babelsberg ein Landhaus und Garten gründen zu dürfen, in Ausführung zu bringen. Unter Leitung des Gartendirektors Lenné begannen sogleich die ersten Gartenanlagen. Im Oktober entwarf der Oberlandesbaudirektor Schinkel das Projekt zum Schlößchen und in den ersten Tagen des März 1834 begann der Bau desselben unter Leitung des Hofbauinspektors Gebhardt. Am ersten des Monats Juny ward der Grundstein gelegt und im September 1835 ward der Ausbau vollendet und das Schlößchen am 15. Oktober, als am Geburtstag meines Sohnes, eingeweiht.

[90] Der am 18. Oktober 1831 im Neuen Palais zu Potsdam geborene spätere Kaiser Friedrich III.