Die Abschriften der Heller-Briefe, die sich zur Zeit der Herausgabe von Dürer’s schriftlichen Nachlaß (S. 43) nicht auffinden ließen, befinden sich nicht mehr auf der Hof- und Staatsbibliothek in München, sondern nach Mitteilung des Herrn Konservators Bayersdorffer im kgl. Kupferstichkabinett daselbst.

F.

Leonhard Danner.

Zu dem Artikel »Aus der Plakettensammlung II« sei nachträglich erwähnt, daß der unter Danner angeführte Brettstein nebst einer Reihe anderer, sicher auf diesen Künstler zurückzuführender, von Stockbauer, Bayer. Gewerbe-Zeitung 1888, Nr. 1, beschrieben wurde.

F.

Das schleswig-holsteinische Frontale im germanischen Museum.

Zu den wertvollsten Schätzen des germanischen Museums zählt ein in der Kirche aufgestelltes Frontale. Es dürfte nicht überflüssig sein, das Interesse der Besucher der Sammlung auf dieses schon durch seine Seltenheit und sein Alter kostbare Stück zu lenken.

Die Seitenwände, vornehmlich aber die Vorderwand des Altares zu schmücken, sei es durch Vorhänge, sei es durch eine Vorsatztafel (antependium, frontale, antemensale) ist jedenfalls eine sehr alte Sitte, welche bis in die frühchristliche Zeit zurückreicht. Auf dem bis etwa zum Jahre 1000 gewöhnlich vom Ciborium überdachten Altar durften nur die notwendigsten Geräte aufgestellt werden, das Kruzifix, die Leuchter, das Meßbuch und außerdem Reliquienbehälter. Für figurale Darstellungen bot sich also kein geeigneterer Platz, als die Seitenwände und die Vorderseite des Altares. Letztere wählte man naturgemäß vorwiegend zur Anbringung bildlichen Schmuckes. Meistens scheint man sich dabei einer metallenen Tafel bedient zu haben, sehr häufig auch des Holzes, oder in Rahmen gespannter Gewebe. In einzelnen Fällen wurde Stein verwandt. Diese Altarvorsätze waren beweglich und konnten nach Bedarf entfernt oder gewechselt werden. Für die weitere Entwicklung des Altarschmuckes wurde die Neigung zur Aufstellung einer immer größeren Anzahl prächtiger Reliquienbehälter auf der Altarplatte (mensa) von Bedeutung. Diese Gegenstände beengten den Raum der Mensa. Um nun diesen wieder für ungehinderte Ausübung der heiligen Handlung zu gewinnen, ohne doch den prächtigen Schmuck der goldenen und silbernen Reliquienbehälter entbehren zu müssen, errichtete man hinter der Mensa eine sie überragende Steinwand (retabulum) die zur Aufstellung kirchlicher Prunkgefäße diente. Das Retabulum selbst bot eine neue Fläche für Anbringung figuraler Darstellungen, die man nicht unbenutzt ließ. In derselben Weise, wie beim Schmuck der Stirnwand des Altares verfuhr man auch hier und so entwickelte sich über dem Frontale ein Superfrontale[326]. Aus dem Retabulum mit dem Superfrontale ging unter der Herrschaft der Gotik der reichgeschnitzte und bemalte, in die Höhe und Breite wachsende Flügelaltar hervor, während gleichzeitig das Frontale mehr und mehr seinen bildlichen Schmuck verlor und sich in eine ornamental verzierte Altarbekleidung umwandelte. Das metallene Antemensale verschwindet im Laufe der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts, an seine Stelle tritt die zuweilen geschnitzte, meist bemalte Holztafel und vor allem gewebte Antependien.

Aus der hier kurz gegebenen Entwicklung der Altarbekleidung ergibt sich, daß sich das metallene Frontale mit figuralem Schmuck allgemein nur bis zum Beginn der Gotik findet[327]. Die erhaltenen romanischen Antemensalien sind in ihrer größeren Zahl gewebte, bemalte oder gestickte Antependien, ferner bemalte, sehr selten geschnitzte Holztafeln. Metallene Frontalien sind nur in geringer Anzahl überkommen. Doch darf man daraus nicht den Schluß ziehen, sie wären seltener angewandt worden, denn der Not und dem Kampfe der Zeiten mußten solche Stücke leichter als weniger kostbare zum Opfer fallen. Dieses Schicksal hatte z. B. eine am Ende des XII. Jahrhunderts aus Gold und Silber gefertigte Altartafel des Klosters Petershausen. So wurde auch im XVI. Jahrhundert der mit Edelsteinen gezierte Altar aus dem Dom zu Merseburg, ein Geschenk Kaiser Heinrich II., Kriegsbeute.