"Kannst du. Ich werde tun wie du sagst. Aber ich muss einwenden, dass du
Julia genau so trauen kannst wie mir."

"Ich weiss, aber sie steckt tiefer drin als du. Es wird ihre Entscheidungen beeinflussen, ohne dass sie es merkt. Es muss so bleiben, wie es ist, Ma."

"Wir könnten noch lange darüber diskutieren, aber ich weiss du musst dich beeilen. Ich vertraue dir. Niemand wird auch nur das Geringste erfahren."

"Danke Ma. Also wie gehts?"

"Wir konnten nicht weg, denn wir hatten kein Geld. Nach einem Jahr wurdest du als vemisst betrachtet, die Ranch ging an Julia. Jetzt fingen die Kings an, Julia zu bearbeiten. Und zwar waren es Chuck und Butch und ihr Vater Tom. Zuerst machten sie sehr schlechte Offerten. Doch dann, komischerweise, verliebte sich Chuck, der Ältere in deine Frau. Sie sind etwa gleichen Alters. Butch, der jüngere, verliebte sich in die zehn Jahre jüngere Sara.

"Mehr Begierde als Liebe, heh?"

"Wohl eine Mischung, Josh, wie bei allen. Ich hätte gedacht dass Julia und Sara sich zumindest etwas geehrt gefühlt hätten, aber es war nicht so. Da kam gar nichts zurück. Julia und Sara erwiderten Chucks und Butchs Liebe überhaupt nicht. Am Anfang machte sie das nur noch wilder. Die Offerten waren jetzt nicht mehr so schlecht. Und dann hat Julia akzeptiert. So die Ranch ist vor einem Monat verkauft worden. Sie gehört jetzt den Kings, doch Julia ist erlaubt zu bleiben, für eine kleine Pacht. Ist eigentlich gar nicht so schlecht für sie, im Moment, solange die Gefühle von Butch und Chuck noch da sind. Aber sie weiss dass niemand ewig liebt, wenn nichts zurück kommt, und so machen wir Vorbereitungen im Geheimen um nach Kanada zu fliehen."

Ich fühlte einen Stich in meinem Herzen über die Ranch. Sie war verloren.
Doch das konnte man jetzt nicht ändern.

"Ich bleibe hier Sohn. Die Bäckers Frau hat ein schönes Zimmer für mich, und Julia wird mir die Hälfte vom Geld von der Ranch geben, so dass ich leben kann bis zu meinem Tod. Sie werden durch die Berge reisen, du weisst wie Julia ist. Man kann ihr nichts ausreden. Sie hat schon immer die Berge sehen wollen. Ich sagte, du kannst ja an den Bergen vorbeireiten, aber bleib doch auf der Prärie und geh den leichten Weg. Aber nein, sie will durch die Berge. Auf jeden Fall bis Colorado. Sie werden in zwei Monaten reisen."

"Danke, Mam—ich muss weg. Ich liebe dich, ich liebe dich. Good Bye."