Als einer Sara einen Klaps gab, konnte ich mich kaum beherrschen. Ich hätte ihn am liebsten gleich erschossen. Sie eilten zu ihrem Camp und waren mir zwanzig Yard voraus.
Ich war jetzt fast bis zehn Yard an ihr Camp herangekommen. Ich musste mich nur aus dem Schein des Feuers halten, dass sie sicher bald anzünden würden. Ich trat hinter einen Baumstamm, der mich ganz deckte. Es war ein Baum am Rand und da waren keine anderen Bäume mehr zwischen mir und dem Camp. Ich konnte jetzt gut schiessen. Im Schein des Feuers würden sie wie sitzende Enten für mich sein. Sie konnten nicht zurückschiessen, denn geblendet vom Feuer, würden sie mich nicht sehen. Nur eines hoffte ich, dass meine Frau und Kinder nicht zwischen uns zu stehen kamen.
Jetzt ging das ganze Theater los. Die Burschen beschäftigten sich mit dem Feuer, um es so gross wie möglich zu machen. Sie packten Bündel von dünnen Zweigen, drückten sie zusammen und warfen sie aufs Feuer. Das Feuer loderte hoch und warf einen hellen Schein auf das Camp. Das Feuer würde nicht lange so hell sein. Sie mussten sich beeilen und sie wollten sich ja die Damen ansehen, wie sie gesagt hatten.
Trotz der Wärme des Feuers standen Julia, Lisa und Sara schlotternd da. Ich durfte nicht zu lange warten. Ich hatte keine grossen Sympathiegefühle für Billy und seine Burschen. Trotzdem wollte ich sie nicht einfach niederknallen, ohne dass das Geringste geschehen war. Natürlich hatte Billy schon einiges auf dem Gewissen, möglicherweise auch den Brand des Saloons in Santa Fe.
Jetzt schupste Billy die drei Frauen vorwärts, um zu sehen, wo er das beste Licht vom Feuer bekäme. Jetzt traf ein, was ich befürchtet hatte. Sie kamen gerade zwischen mich und die Burschen zu stehen. Doch glücklicherweise war er noch nicht zufrieden und schupste sie weiter. Er schien, noch immer nicht zufrieden zu sein und spornte seine Burschen an, noch mehr Holz aufs Feuer zu werfen.
Ungeduldig, wie ein Kind das nicht auf seinen Zuckerstengel warten will, war er aber nicht bereit, länger auf das Feuer zu warten und befiel: "Na zieht euch mal aus—seid nur nicht scheu. Oder soll ich euch Beine machen?" Dabei drohte Billy mit seinem scharfen Bowiemesser.
Julia, Sara und Lisa fingen an, sich auszuziehen. Das durfte nicht sein. Das wollte ich ihnen ersparen. Sie waren zwar nicht prudisch, waren nie erzogen worden, ihre Körper zu verabscheuen. Es machte ihnen nichts aus, nackt gesehen zu werden. Doch dies war anders.
Billy war weit genug gegangen. Jetzt war die Zeit gekommen, ihn zu stoppen. Ich würde keine Gewissensbisse haben, wie früher. Das Gesetz war nicht im Stande, Gerechtigkeit auszuüben und Leuten wie Billy das Handwerk zu legen. Das Gesetz aber war hinter Unschuldigen, wie mich, her.
Es gab sicher Leute, die es nicht richtig fänden, dass ich das Gesetz in die eigene Hand nahm, ohne eine Untersuchung, ohne einen Prozess, ohne eine Gerichtsverhandlung. Doch welche Gerichte, Prozesse, Gerichtsverhandlungen suchten die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Ging es nicht vielmehr um Geld und Ansehen. Strebten die Anwälte nicht mehr nach Geld und Ansehen als Gerechtigkeit. Konnten die guten Anwälte nicht den Entscheid zu ihren Gunsten beieinflussen. Und wer konnte die besten Anwälte erhalten, doch der, mit dem meisten Geld. So der mit dem meisten Geld konnte das Gericht beeinflussen. Die Gerichte waren nicht unparteiisch und darum nicht gerecht.
Nahm aber jemand wie ich die Gerechtigkeit in die eigenen Hände, weil das gerichtliche System versagte, dann würde er vom Gesetz gefahndet. Das nur, weil den Gesetzleuten das Gesetz wichtiger war, als die Gerechtigkeit.