Ich stürzte vorwärts zu meinem Pferd. Ich nahm mein Lasso vom Sattel und sprang auf das Pferd—ohne Sattel. Ich ritt langsam zum Pfad zurück durch die Bäume. Flake schien die Eile zu spüren. Er ging so schnell er konnte, ich brauchte ihn nicht anzuspornen. Ich hatte das Mundstück rausgenommen, so dass er grasen konnte. Ich führte ihn jetzt nur mit den Sporen. Das war nur mit einem guten Pferd, wie Flake, möglich. Flake war Gold wert.

Wir waren zum kleinen Pfad gekommen. Jetzt konnten wir galoppieren. Es war unebenes Gelände und gefährlich. Aber wir mussten uns beeilen. Ich spornte Flake an. Wenn es darauf an käme, würde ich lieber Flake verlieren, als Sara.

Ich sah Sara hin und wieder im Wasser. Wir hatten sie überholt. Sie kämpfte noch im Wasser. Kämpf weiter, dachte ich, kämpf weiter, als ob ich sie mit meinen Gedanken und meinen gespannten Nerven anspornen könnte.

"Weiter, Flake, weiter!" flüsterte ich in seine Ohren. Er reagierte. Er gab sein Äusserstes. Weit genug! "Brrrr!" stoppte ich Flake. Ich hatte eine gute Stelle gefunden. Der Fluss war hier ziemlich schmal. Grosse Felsbrocken, je einer auf dieser und der anderen Seite, dämmten das Wasser ein. Das Wasser ergoss sich wie über eine Schwelle in einen tieferen Teich. Enorme Wassermassen kamen hier durch. Ich sprang vom Pferd und sprang auf den grossen Felsblock auf dieser Seite. Hatte es Sara so weit geschafft? Mein Lasso war bereit.

Da kam sie schon, schneller als ich erwartet hatte. Lasso werfen hatte
ich von meiner Jugend auf gelernt. Es war für uns Cowboys nichts
Besonderes, das Hinterbein eines flüchtenden Kalbs vom galoppierenden
Pferd aus zu erwischen—und zwar genau zum richtigen Zeitpunkt, wenn das
Kalb das Bein vom Boden hob, in seinen eiligen Sprüngen.

Eine Hand war in der Luft. Ich warf das Lasso um ihre Hand zu erwischen.
Doch sie zog sie genau im falschen Moment zurück. Ich hatte sie verpasst.

Da gabs nur noch eines. Ich sprang in den Fluss. Sofort wurde ich von der Gewalt des Wassers gepackt. Ich war noch unter Wasser, kämpfte mich aber schnell an die Oberfläche. Ich hatte weniger Glück als Sara. Sie war in der Mitte des Flusses. Das war der säuberste Weg, wo die meisten Steine vom Wasserstrom auf die Seite geschoben worden waren. Doch ich war auf der Seite hineingesprungen und wurde nun vom Wasser gegen einen anderen Stein geschleudert. Er erwischte mich an der Hüfte. Ich glaubte ich würde entzweigeteilt. Ich schmerzte, konnte mein Bein kaum bewegen. Doch ich schwamm weiter. Ich vergass meinen Schmerz, denn ich wollte zu Sara.

Das war ein schlechter Anfang gewesen. Es hatte mich schön gebremst und mir auch gleich jeden Mut genommen. Sara war mir jetzt ein gutes Stück voraus. Ich schwamm so schnell ich konnte. Langsam kam ich ihr näher.

Das Wasser ging langsamer hier. Es war ruhig im Vergleich zu vorher. Ich war angelangt. Ich fasste Saras Arm. Ich hatte sie, oh, ich hatte sie. Sie klammerte sich ganz schwach an mich. Sie war kaum noch am Leben. Ich zog sie zum Ufer, zog wie verrückt. Ich hatte einen Arm um ihre Brust gelegt und schwamm mit dem anderen.

Jetzt galt es eine Stelle zu finden, wo wir aus dem Fluss kriechen konnten. Ich kam an die Böschung, packte eine Wurzel, doch konnte mich mit einer Hand kaum halten. Doch jetzt hatten meine Beine Halt gefunden. Doch ich glitt aus und fiel ins Wasser zurück. Die Wurzel brach und wir waren wieder im Wasser. Ich versuchte es noch einmal, doch kam ich nicht die Böschung hinauf. Ich liess mich wieder ins Wasser gleiten.