"Sehr erfreut, Miss Carter. Ich bin Griz Caldwell."
"Caldwell, oh so hat meine Grossmutter geheissen.", sagte sie schnell, biss sich dann aber auf die Lippen. Solche Information gibt man nicht an einen Fremden weiter. Je weniger persönliche Daten man aussähte, desto besser. Ich sah das Lisa das verstand. Es war aber besser, dass sie diesen Fehler mit mir gemacht hatte, als mit einem wirklich Fremden.
"Haben sie Sara gerettet? Wie ist denn das alles gekommen?" Ich erzählte ihr die ganze Geschichte in allen Einzelheiten. Ich liess nur aus, warum ich auf der andern Seite des Flusses gewesen war. Es verstand sich von selbst. Ich war ein Durchreisender und hatte am Fluss Halt gemacht und dabei gesehen, wie Sara in den Fluss gefallen war. Ich liess auch aus, wie sehr ich es genossen hatte, Sara auf meinem Schoss zu halten.
Sie schien meine Geschichte zu geniessen. Da sie ein gutes Ende hatte, war es auch verständlich. Sie sass da mit gespanntem Körper und schien nochmal durch alles hindurch zu leben. Sie hörte mit offenem Munde zu, und nur ab und zu sagte sie "Oh" und "Ah". Das war Lisa.
Auch Sara hörte gespannt zu, denn sie konnte sich nicht mehr an alles erinnern. Hie und da fügte sie hinzu, wie es von ihrer Perspective ausgesehen hatte. Sie konnte sich bis an den Moment erinnern, wo ich sie erreicht hatte und ihren Arm gepackt hatte. Von dort an war alles schwarz in ihrem Gedächtnis.
"Hab ich Sie nicht schon einmal gesehen?" fragte da Lisa. Ich erschrak. Ob sie mich erkannt hatte? "Waren Sie nicht im Saloon in Santa Fe?" Oh gut, von dort erinnerte sie sich also an mich. Ich war erleichtert. Ich war aufgefallen im Saloon, weil ich gleich beim Wirt stand. Es wäre unnütz, es zu leugnen. "Ja, sagte ich, ich glaub, ich hab euch auch gesehen. Wart ihr nicht die, die von Billy Kane belästigt wurden?"
"Ja, das waren wir." Sie sagte nicht mehr. Sie hatte gelernt ihren Mund zu achten. Es wäre schlecht gewesen, hätte sie herumerzählt, dass Billy Kane tot war.
"Wie haben Sie ihre Narben gekriegt?", fragte Lisa. Das war Lisa, unbekümmert, ohne Hemmungen, einfach gerade heraus mit der Frage.
"Im Duell", sagte ich und senkte meinen Kopf. Es machte mich traurig, dass meine Narben so offensichtlich waren. Lisa bemerkte das sofort und versuchte mich zu trösten: "Es sieht nicht so schlimm aus, Mister, sie brauchen nicht traurig zu sein."
"Es macht sie männlich und sie sehen zäh aus", fügte Sara hinzu, deren Herz sich gegen mich sehr erwärmt hatte in den letzten Minuten, besonders als sie die Geschichte ihrer Rettung erfuhr.