Sie konnte sich viele Tage lang nicht entschließen, nach dem Schicksal ihrer Geisteskinder zu fragen. Aber endlich faßte sie Mut.
Es war ein gar unangenehmes Gefühl, so vor den prüfenden, pincenezbewehrten Augen des Doktor Waldmann dazustehen.
„Mit wem habe ich die Ehre?“ fragte er.
„Ach, der Name tut ja nichts zur Sache,“ sagte Monika heiß errötend. „Ich wollte nur wissen, ob mein Gedichtzyklus ‚Libellen‘ zu brauchen ist?“
„Sehr talentvoll, mein gnädiges Fräulein,“ sagte der Redakteur wohlwollend, „wir wollen in der nächsten Nummer mit der Veröffentlichung anfangen.“
„O...“ Monika schrie beinahe vor Freude.
„Und wohin soll ich das Honorar senden lassen?“
„Auch Honorar?“ Ihre Begeisterung erreichte jetzt den höchstmöglichen Grad.
„Bitte, schicken Sie mir gar nichts,“ sagte sie stotternd. „Ich komme es mir gelegentlich selbst abholen.“
„Soll mich freuen. Zwischen vier und sechs Uhr finden Sie mich meistens hier.“