Aber alles in allem war Monika doch in ihrer Achtung gestiegen, seitdem sie sich zur „Schriftstellerin“ entfaltete.

Das hinderte aber nicht, daß eine Verlobung doch Frau von Birken bedeutend mehr impressionierte. Sie sprach tagelang von nichts anderem als von der goldumränderten Karte, die ins Haus gekommen:

„Die Verlobung ihrer einzigen Tochter Marie mit dem Leutnant der Reserve im Dragoner-Regiment Kronprinz, Gutsbesitzer Wilhelm von Hammerhof auf Hammerhof beehren sich ergebenst anzuzeigen

von Holtz-Sarkow und Frau,
geborene Freiin von Birken.“

„Nein, was die Marie für ein Glück macht!“ rief Frau von Birken ein über das anderemal.

„Du weißt doch noch gar nicht, ob das ein Glück wird.“

„Aber, Mone — das wird es schon! Ein so reizendes Mädchen wie Marie! Und er ist doch ein vornehmer, tadelloser Mann.“

„Kennst Du ihn?“

„Nein, aber ich bin sicher, daß er eine glänzende Partie ist. Du kannst nicht darüber urteilen, Mone, denn Du wirst sicher nie heiraten. Für ein Mädchen, das studiert und außerdem schriftstellert, paßt das ja auch gar nicht.“

Monika zog ein Gesicht: sie schien nicht sehr damit einverstanden zu sein.