Das rosa Mullkleid der Gräfin Himmlingen-Wolfsfeld war wahrhaftig jugendlicher als das ihrer jüngsten Enkelin, die im Nebensaale verkaufte.
Die jungen Mädchen, welche eben in einer Rotte von etwa einem Dutzend auf den Prinzen Balduin losstürzten, den seine riesenhafte Gestalt und der Hausorden des Hauses Hohenzollern weithin kenntlich machten, glich einer Horde von Haifischen, „ja, den Haifischen bei Saint-Thomé“.
„Haben Sie die selbst gesehn?“ fragte Monika interessiert.
„Ja, bei Saint-Thomé am Aequator. Das Wasser ist dort so sonderbar durchsichtig wie Glas. Bei fünfzehn Meter Tiefe sieht man noch den Grund, sieht all das Tierzeug, besonders viel Haifische. Und wenn einer von uns an Bord unserer Jacht bei den Schießübungen, die wir aus Langerweile anstellten — wir schossen auf die Haie in der Tiefe — dann so eine Bestie traf, dann stürzten die anderen Haie mit unnennbarer Gier über ihn her. Grad’ wie dort unsere jungen Damen über den Prinzen Balduin.“
Monika lachte diesmal nicht.
„So klar ist das Wasser dort?“ fragte sie.
Ihre Stimme hatte plötzlich etwas Träumerisches bekommen.
„O Gott, so tief kann man da hinuntersehn — —? Wie durch Glas? Wie durch Kristall? — Und all die Geheimnisse der Tiefe sind plötzlich aufgetan? Man sieht die grünen Algen und die Korallenbäume, rosa und weiß, tausendfach verästelt. Und die Quallen, jene sonderbaren Wesen, die halb Blumen sind und halb Tiere, treiben dahin und leuchten wie Opale und Amethysten — —“ Ihre Augen schauten sehnsüchtig vor sich hin.
„Sie dichten ja,“ sagte er erstaunt, lebhaft interessiert von dem Geist, der in diesem jungen Gesichte war und den Ausdruck dieser Züge so oft wechseln ließ.
„Sind Sie zu Jagdausflügen in die Tropen gegangen?“