„Bitte, bitte, bleiben Sie doch,“ bat er, „ist es denn wirklich ein größeres Vergnügen, sich da drunten abzuhetzen und allen möglichen Leuten Rosen anzubieten?“

„O, sicher ist es hübscher hier,“ sagte Monika mit naiver Offenherzigkeit, „aber meine Rosen — —“

„Ich kaufe sie Ihnen alle ab, dann bekommen die Lungenkranken auch ihr Scherflein, und Sie brauchen sich nicht anzustrengen, sondern bleiben noch ein bißchen hier und erzählen mir von den Wundern, an die Sie glauben!“

Monika war unschlüssig. Sie wußte nicht, ob der vorgeschlagene Handel korrekt war. Aber sie ließ es geschehen, daß der Unbekannte ihr die Rosen aus dem Körbchen nahm und eine Banknote dafür hineinschob.

Und sie blieb mit schlechtem Gewissen, in Angst vor Strafe, — aber sie blieb. Und fühlte sich selig wie noch nie im Leben! Es war ihr förmlich ein körperliches Wohlgefühl, in diese kalten, grauen Augen zu sehn, diese scharfe, ans Befehlen gewöhnte Stimme zu hören.

Noch eine Viertelstunde..... und noch eine.... Aber endlich rang sie sich es doch ab, wieder hinunterzuwollen an die Stätte der Pflicht, den Verkaufsstand ihrer dame patronesse.

„Wirklich, — wirklich, ich muß jetzt weg.“

Sie stand vor ihm, in so offenbarer Betrübnis, diesem Beieinandersein ein Ende machen zu müssen, daß ihm ganz warm ums Herz wurde.

„Wie schade,“ sagte er, „wie sehr schade. Wollen Sie mir nicht wenigstens noch etwas verkaufen zum Wohl der Armen?“

„Aber ich habe Ihnen ja alle meine Blumen gegeben,“ sagte sie erstaunt.