„Aber mit dem größten Vergnügen. Fräulein von Birken, darf ich Ihnen den Konsul von Wetterhelm präsentieren — —“

Monika erwiderte die tiefe Verbeugung des Konsuls mit einem sehr verlegenen Kopfnicken. Ihre sonstige Schlagfertigkeit war wie weggeweht.

Die dame patronesse wunderte sich innerlich nicht wenig, mit welcher Einsilbigkeit das sonst so sprühende Mädchen auf die Unterhaltung des Konsuls einging. Kein Wunder, daß sich der so bald verabschiedete.

„Er ist ein so interessanter Mensch,“ sagte sie nachher zu Monika, „ich höre ihn gar zu gern, obwohl er leider ein bißchen spöttisch ist. Ob ich nahe verwandt mit ihm bin? — Oh nein, er ist im vierten oder fünften Grade mit meinem gewesenen Mann verwandt. — — Er ist ein ganz hervorragender Mensch; ich glaube, er hat eine glänzende Karriere vor sich. Ich muß doch mal sehen, ob ich nicht eine passende Frau für ihn finde.“

Frau von Wetterhelm versank in Nachdenken und musterte innerlich ihren Bekanntenkreis. Es war die größte Leidenschaft ihres Lebens, Heiraten zu stiften.

„Vielleicht die Komtesse Lerk-Eichenbruch,“ sagte sie nach einer Weile gedankenverloren. „Gott, natürlich wird sie sehr diffizil in ihrer Wahl sein. Sie ist die einzige Tochter vom Gesandten und eine geradezu blendende Schönheit, — aber Vetter Georg kann auch was verlangen! Bei den Aussichten, die er hat — und ein selbständiges Vermögen von seinem verstorbenen Vater hat er auch. — Uralter Name und solch auffallend gut aussehender Mensch wie er ist. Nicht?“

Monika antwortete nicht. Ihre kleinen, weißen Hände zerrissen nervös die welken, roten Rosen.

Ende des Kapitels

8.

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