Und an Sachen, die Monika in Entzücken versetzten, konnte er oft „beim besten Willen nichts finden“! Zum Beispiel an dem Gratulationsbrief von Monikas ehemaliger Amme. Was war denn an diesem albernen, ungeschickten Schriftstück, daß es bei Monika lachende und weinende Begeisterung hervorrief?
Die Liese schrieb:
„Liebstes Monchen,
da komme ich nun und wünsche Dir Gottes reichsten Segen auf alle Zeit, indem, daß ich es mir ja auch nicht von Dir denken konnte, daß Du, wie die olle Trübnersch gesagt hat, studieren sollst wie ein Doktor.
Weil das ja doch zu sündhaft und häßlich wär’ für ein Frauensmensch, wie denn auch das Sprichwort sagt:
„Den Mädchen, die pfeifen, den Hühnern, die kräh’n, den’ soll der Teufel den Hals umdreh’n.“
Aber natürlich habe ich es nicht geglaubt, mein trautstes Monchen, und die olle Trübnersch ist ein Lügenmaul, das sage ich dreist, und wenn sie jeden Tag bei die Muckersch in die kleine Kapelle geht.
Na, denn hoffe ich, mein trautstes Monchen, daß es ein Forscher ist, sowie dem Fräulein Marie ihr Mann, der gnädige Herr von Hammerhof, der ist ja nu wohl viel zu hübsch für die lange Stange. —
Mein Fritzchen wird auch mal so einer, der läuft schon jetzt mit die Mädchen rum und ist noch keine fünf Jahre alt.
Die Ollsche, was die Tante vom Grün ist, ist ja nu gestorben, und wir haben ein sehr schönes Begräbnis gemacht, Fladen, Branntwein und alles.