Mit meinem Grün is es nicht mehr so recht, zu alt, Monchen, zu alt. Er hat das Reißen in alle Knochen, aber sonst ist es ja ein sehr guter Mann.
Zu Deine Hochzeit schicke ich Dir die Myrte, selbst gezogen, was Du im vorigen Winter bei mir gesehen hast.
Und nu grüße Deinen Bräutigam und sage ihm, er kriegt was Schönes, da er Dir heiratet.
Es sendet Dir Gottes reichsten Segen
Deine treue Liese.“
Wie gesagt, Wetterhelm fand das ja gewiß ganz nett von der alten Person, aber Monikas Bewegtheit war doch übertrieben!
Auch gab es manchmal kleine Reibereien, weil Monika irgendwelche gesellschaftlichen Förmlichkeiten bei Besuchen oder Ausfahrten nicht eingehalten.
Wohl hatte das Impulsive ihrer Natur einen starken Reiz für Wetterhelm, wohl bestand ein Teil ihrer Anziehungskraft für ihn gerade darin, aber sobald diese Art irgendwie in der Oeffentlichkeit hervortrat, störte sie ihn aufs schärfste.
Schon ihre Manier, immer aus dem Wagen zu springen, ehe die Pferde standen.
Und dann ihre Haltung. Sie hatte immer etwas so eigentümlich Trotziges: den Kopf ein bißchen vorgestreckt, die Ellenbogen lose, die linke Hand zur Faust geballt. Es war förmlich eine Verteidigungs stellung, die nicht mit dem weichen Liebreiz ihrer siebzehn Jahre harmonierte. In ihrer Sprechweise störte ihn oft ein gar zu kräftiges Wort oder ein achselzuckendes: „je m’en fiche“, mit dem sie einen Vorwurf abtat.