Ich erwiderte, daß ich nicht beabsichtigte, der ganzen Soldateska des Sultans den Krieg zu erklären, und daß ich hoffte, mit etwas Vorsicht einen Zusammenstoß vermeiden zu können. Gablān aber meinte, Kriegslist wäre mit einer Kugel beflügelt wirksamer, und beschloß, seine Flinte doch lieber mitzunehmen.
Da ich am Nachmittag nichts Besseres zu tun hatte, sah ich zu, wie die Scherarāt Korn von Namrūd einhandelten. Einen Zeitraum von einigen Tausend Jahren und meine anachronistische Persönlichkeit abgerechnet, hätten es Jakobs Söhne sein können, die nach Ägypten hinabkamen, mit ihrem Bruder Joseph um das Gewicht der Säcke zu feilschen.
Das Korn wurde in einem tiefen, trocknen Felsenloch aufbewahrt und, goldenem Wasser gleich, eimerweise heraufgezogen. Es war zur besseren Konservierung in Spreu aufbewahrt worden und mußte nun zuvörderst am Brunnenrande gesiebt werden, eine Arbeit, die nicht ohne viel und ärgerliches Geschrei vor sich ging. Nicht einmal die Kamele waren ruhig, sondern mischten sich mit Grunzen und Blöken in den Streit, als die Araber sie mit den vollen Säcken beluden. Die Scheichs der Suchūr und der Scherarāt saßen in dem feinen Sprühregen ringsum auf Steinen und murmelten bisweilen: »Gott! Gott!« Dann riefen sie wieder: »Er ist gnädig und barmherzig!« Nicht selten wurde auch das reine Korn wieder unter das ungesiebte geschüttet; dann pflegte sich ungefähr folgende Szene zu entspinnen:
Namrūd: »O du! o du! Knabe! Möge deine Wohnstatt zerstört werden! Mögen deine Tage dir Unheil bringen!«
Römischer Meilenstein.
Beni Sachr: »Bei dem Angesicht des Propheten Gottes! Er sei gebenedeit!«
Die Scherarāt im Chor murmelnd: »Gott! Und Mohammed, der Prophet Gottes! Friede sei mit ihm!«
Eine Person im Schafsfell und in bloßen Füßen: »Kalt, kalt! Wāllah! Regen und Kälte!«