Ein Feiertag im Orient.

Auf meine Erwiderung, daß die Gedankenleser im Libanon einen besseren Gebrauch von ihrer Gabe zu machen verstünden als die in London, entgegnete der Pascha nachdenklich:

»Vielleicht hatte die Frau irgend etwas gegen den Mann, in dessen Hause wir den Ring gefunden haben — Gott allein weiß es, sein Name sei gelobt!«

Damit verließen wir das Thema.

Straße in Homs.

Bei meiner Rückkehr in mein Zelt fand ich eine Visitenkarte auf dem Tische, die folgenden Namen und Titel trug: »Hanna Chabbaz, Prediger an der protestantischen Kirche in Homs.« Darunter stand geschrieben: »Madame, meine Frau und ich sind gern bereit, Ihnen jeden Dienst zu leisten, dessen Sie im Dienste Christi und der Menschlichkeit benötigen. Wir würden Sie gern besuchen, wenn Sie uns annehmen wollen. Ihr gehorsamer Diener.« Ich schickte sofort die Botschaft, daß ich mich sehr über ihren Besuch freuen würde, und so kamen sie denn gerade vor Sonnenuntergang, die beiden guten Leute. Dringend boten sie mir ihre Gastfreundschaft an, von der Gebrauch zu machen, ich jedoch keine Gelegenheit hatte. Ich bedauerte dies um so weniger, als ich in dem Pascha und dem Kādi so überaus angenehme Gesellschafter für den Nachmittag gefunden hatte, und wenn ich an meinen sehr unruhigen Aufenthalt in Homs zurückdenke, erscheint mir die mit den beiden höflichen, gebildeten Mohammedanern verbrachte Stunde immer wie eine ruhige, geschützte Insel in einem stürmischen, brandenden Meere.