»So, nu sall he no Hus,« sagte das Schreiberlein ernsthaft, trat ihm entgegen, wies mit dem ausgestreckten Arm nach der Geest und befahl: »Pulli, no Hus! No Hus! Hus! Hus!« Aber der Hund ging nicht von der Stelle, er tat, als hätte er nichts gehört: nur daß er von einem Fuß auf den andern trat, mochte kund tun, daß etwas in ihm vorging.

»Kannst du nich hörn?« drohte das Schreiberlein, drängte gegen ihn, schob ihn vorwärts, wies ihm die Fäuste und suchte ihn ernstlich wegzujagen. Auch die andern drei stampften auf und suchten ihn zu scheuchen. »Nach Haus!«

Da schien er zu begreifen, was sie mit ihm vorhatten, und daß es Ernst wurde. Alle Frische und Lebhaftigkeit wich aus seinen Bewegungen, er zwinkerte mit den Augen und schlich unruhig bald vor und bald zurück.

»Man to, man to! No Hus!« Da kam er zu dem Schreiberlein gekrochen und setzte sich vor ihn hin, hob bittend die Vorderpfoten, leckte mit der Zunge und bettelte mit feuchten Augen. Das mochte ein anderer ertragen als das gute Schreiberlein, das tief erschrocken war. »Hast wohl kein Haus?« fragte es bewegt und legte ihm zärtlich die Hand auf den Kopf. »Wenn du bei mir bleiben willst, so tu es. Ich verjage dich nicht.«

Da wedelte der Hund freudig und folgte ihm weiter.

Wieder galt es, Steine zu holen, über den Stock zu springen und hübsch zu machen. Das Schreiberlein schien nur noch für das Tier da zu sein, und das eine Mädchen begann schon, verdrießlich zu werden.

»Wollen Sie ihn mitnehmen?« fragte der Lehrer.

Das Schreiberlein zögerte mit der Antwort. »Ich weiß nicht. Wenn ich wüßte, daß er ausgesetzt wäre und kein Haus hätte, nähme ich ihn mit.« Und es sah nachdenklich aus.

»Wollen Sie ihn denn behalten?« begehrte ein Mädchen zu wissen.

»Ich könnte ihn ja auch nach dem Tierhaus an der Süderstraße bringen,« antwortete das Schreiberlein fast ärgerlich.