Der Jäger kam vom hohen Neß zurück. Drei Enten baumelten an der Tasche und machten ihn guter Laune.
„Dor achter kummt de Schoster, Klaus Störtebeker, du schallst Afbitt don,“ stichelte er, aber der Junge ließ sich nicht in die Kneife bringen. „De ward fix nattgoten,“ sagte er gleichmütig, dann aber besann er sich, schluckte den Rest des Grolles hinunter und lief auf den Deich, um die geschossenen Enten zu besehen und zu befühlen, Juno zu streicheln, der gänzlich mit Schlick bespritzt war, und die Flinte zu tragen, denn er wollte nun doch gern einmal wieder mit auf die Jagd, bis sein Vater kam.
„Wenn dat Is man irst weg wür, Korl-Unkel, wat ik mit mien Kohn schippern kann.“
„Offermorgen kriegt wi en neen Moon, denn wardt woll anner Wetter,“ sagte der Jäger und sah den Heben an.
Zu Hause warteten drei Jungen vom östlichen Norderelbdeich, die dreierlei wissen wollten.
Erstens: ob er noch kleine Kaninchen zu verkaufen hatte, denn dann wollten sie einen Bock und eine Eve bestellen.
Zweitens: ob es wahr war, daß er dem Schuster alle Fenster eingeschlagen hatte, denn das war am Deich erzählt worden.
Drittens: ob der Feek am Westerdeich schon trocken war, denn dann wollten sie gleich Ostermoonen beuten. Streichhölzer hatten sie eine ganze Schachtel voll in der Tasche.
Störtebeker ging mit ihnen achternhus und wies ihnen die Eve. „Ik weet ne, veel lütje Munkis dat ik krieg, Jannis: fief sünd verseggt, wenn dor söben van ward, denn kriegst du noch twee.“ Wegen des Schusters ließ er es geruhig bei der einen Scheibe, die seine Mutter bezahlt hatte, und sagte: „De Lüd snotert sik wat trecht, Hein!“ Der Feek sei noch mistnaß und für Ostermoonen sei es überhaupt noch viel zu früh: was sie sich wohl eigentlich einbildeten, sie hätten wohl einen Splien? Wenn es soweit wäre, dann würden sie wohl den weißen Rauch trecken sehen. „De Rietsticken geef mi man, Ott, dor kannst du lütje Boitel doch noch ne mit ümgohn, de nimmt dien Mudder di doch noch wedder weg.“ Damit entriß er dem Jungen die Schachtel und steckte sie in die Tasche. Er wies ihnen noch Kluß und die angefangene Bunge, ließ sie in das Hütfaß gucken und die Karauschen gebührend bewundern, dann aber schickte er sie um, denn er sah die Gören vom andern Ende doch nicht ganz für voll an, und wenn nicht die Bestellung gewesen wäre, hätte er sich gar nicht weiter mit ihnen abgegeben, aber die Kundschaft mußte man sich ja gewogen halten.
Er lief nach der Neßkule, und obgleich es ihm vor drei Tagen so schlecht bekommen war, ging er doch wieder an das scharfe Dümpeln mit dem Kahn, um sich seefest zu machen. Diesmal wurde ihm nicht schlecht.