Klaus Mewes und sein Junge müßten keine rechten Finkenwärder sein, wenn sie nicht auch unterwegs wären! Auch sie machten die Runde um das Eiland, wobei sie sich ordentlich Zeit lassen mußten, denn weil das Mewesgeschlecht das größte auf Finkenwärder war, hatten sie an allen Huken Verwandte wohnen, denen sie Guten Tag sagen mußten, und wurden alle Augenblicke zu einer Tasse Kaffee hineingenötigt. Auch mit den Fischern, die er überholte oder denen er begegnete, hatte Klaus Mewes manches zu beklönen. Störtebeker zog ihn schon ab und zu an der Jacke, damit sie nur weiterkamen, denn er wollte gern ganz um Finkenwärder herum.
Beim Segelmacher wurde ein neues Großsegel bestellt, das bis Karkmeß geliefert werden sollte. Und als Klaus den Zimmerbaas auf der Helling stehen sah, bog er mit seinem Jungen vom Deich ab und betrat die Plaats. Zunächst bezahlte er die beiden Kurrbäume, die er noch an der Rechnung stehen hatte, dann besah er den neuen Kutter, den Simon Wriede bauen ließ. Ein hohes, stolzes Fahrzeug war es, das wie ein Königsschiff in den Heben ragte.
„Wat köst de nu, Jochen?“ fragte er, als er alles befühlt und besehen hatte.
„He löppt sowat up twölfdusend, Klaus,“ erwiderte der Baas.
„Dat Schipp is god,“ lobte der Seefischer und erfreute sich wieder an dem scharfen Steven und dem schlanken Rumpf, „de schall woll seilen, Gotts den Dünner! Dor mol mit no buten to flimsen! Jochen, noch en poor Johr, denn sett ik mien Eber af un denn schallst du mi een neen Kutter bon, noch greuter un noch scheuner as düsse hier! Un denn will ik jo mol wiesen, wat Seilen un Fischen to bedüden hett, so gewiß as ik Klaus Mees heet!“
„Denn giffst du mi den Ewer, ne, Vadder?“ rief Störtebeker eifrig, der Baas aber strich den grauen Bart und sagte bedächtig: „Dor snackt wi noch mol ober, Klaus, wenn wi denn noch left un noch gesund sünd!“
„Hest upstünds noch mihr to bon, Jochen?“
„Noch een Kutter, Klaus. För Jan Harm.“
„Geiht vörwarts mit de Fischeree, Jochen! Wo lang schallt duern un wi hebbt H. F. 500 up See!“
Der Baas aber sagte nur: „Wi weut dat best höpen,“ denn er glaubte nicht daran.