„Wi liggt achter Hilchland, Störtebeker; dat weiht so dull, dat wi ne fischen könnt.“

„To Anker, Vadder?“

„Jo, Störtebeker!“

Der Junge dachte einen Augenblick nach, warum ihm der Kopf mit einem Mal so sauste und warum die ganze Kajüte sich um ihn drehte: da fiel ihm seine Seekrankheit ein und er legte sich rasch wieder hin, damit sie nicht wiederkommen sollte.

„Blief man giern liggen,“ sagte sein Vater mit verstelltem Ernst, während er geruhig knüttete, „wenn dat noher stiller is, sett ik di an Land, denn fohrst du mitten Damper no Hus, hürst? Up See is dat doch nix för di, wenn du so licht seekrank warrst bi slecht Wedder. Eten magst du ok nix, dat kann jo ne god gohn.“

Dann ging er an Deck, um nach dem Wetter zu sehen, und sagte zu Seemann, der ihm nachgelaufen war und auch die Nase in den Wind steckte: „Nu weut wi mol sehn, wat de Mederzin ne hilpen deit!“ Als er die Reihe der Fahrzeuge überblickt hatte, die um ihn lag, und mit Jannis Six gesprochen hatte, der am dichtesten bei ihm ankerte, ging er wieder unter Deck, nahm Scheger und Nadel auf und knüttete weiter, als wenn nichts geschehen wäre. Und es war doch etwas geschehen, das ihm das Seefahrerherz mit Stolz und Freude erfüllte.

Denn siehe — Klaus Störtebeker war aufgestanden und hatte sich angezogen. Noch mehr: er saß am Tisch und trank schwarzen Kaffee aus der Muck. Noch mehr: er aß Schwarzbrot dazu, obgleich ihm schon zuwider war, es nur zu riechen. Noch mehr: er versuchte zu lachen; und wenn es noch nicht gleich gelang, so war sein Wille doch nicht daran schuld. Tapfer aß und trank er, obgleich der Fußboden und die Kojen wieder zu kreisen und zu tanzen begannen.

„Smeckt all wedder, Störtebeker?“ fragte Klaus Mewes nach einer Weile.

„Dat mütt, Vadder! Ik bün nu mit de Seekrankheit dör!“

„Dat segg man nich to hart,“ rief der Knecht von der Diele.