Jelena ernst: Dimitrij Sergejewitsch … Ich höre nicht gern Unsinn.
Wagin nachdenklich und einfach: Ich fühle, daß ich eine - nicht übermäßig geistreiche Rolle gespielt habe … und das kränkt mich … Überhaupt fühle ich mich nicht recht wohl … Nach der gestrigen Unterredung ist in meinem Kopf nicht alles in Ordnung … Jelena Nikolajewna, sagen sie mir die Wahrheit …
Jelena: Muß man mich erst feierlich darum bitten?
Wagin: Ich wollte Sie fragen, ob Sie nie wärmer für mich empfunden haben?
Jelena: Für sie als Mann - nie; den Menschen lieb ich ernst und tief -
Wagin lächelnd: Das soll mir wohl schmeicheln? Ich verstehe die Menschen nicht … verstehe sie nicht. Ich, sehen Sie, liebe Sie ganz - ohne so feine Unterscheidungen. Erst gestern habe ich gefühlt, daß in der Frau das Weibliche mit dem allgemein Menschlichen so eng verschmolzen ist, so untrennbar zu einem einzigen schönen und harmonischen Ganzen … ich schämte mich dessen und hatte Mitleid mit mir selbst … Und seit gestern lieb ich Sie …
Jelena verdrießlich: Wieder von neuem … Warum?
Wagin ernst und mit Nachdruck: Ja, ich habe Sie liebgewonnen! … für das ganze Leben … und verlange nichts von Ihnen … Wahrscheinlich werde ich doch heiraten, und so weiter, wie die Verhältnisse es so mit sich bringen … Aber lieben werde ich nur Sie … und immer. Und nun lassen wir das. Ich bin Ihnen wohl jetzt mit meinem Gerede lästig geworden? nicht?
Jelena reicht ihm die Hand: Ich glaube Ihnen … Es scheint mir, Sie sprechen die Wahrheit …
Wagin: Und früher - haben Sie diese Wahrheit in meinen Worten nicht gefühlt? Nie?