Tschepurnoi: Was ist mit ihr los? Ich versteh's nicht ..
Lisa: Ich - versteh's. Einst hat Pawel auch auf mich so gewirkt … Er sprach, und mir war's, als fiele mir die Binde von Augen und Hirn … Dann war alles so klar, so harmonisch, rätselhaft, und doch einfach, klein und doch großartig, aber dann habe ich das wahre Leben kennengelernt, das Leben voller Schmutz, voll Bestialität und unsinniger Grausamkeit. Zweifel und Entsetzen überwältigten mich … und dann kam ich ins Krankenhaus …
Tschepurnoi: Sie sollten nicht daran denken … Lassen Sie das Krankenhaus? Das war einmal und ist nun vorbei …
Lisa: Genug davon. Auf der Veranda erscheinen Jelena und Wagin.
Tschepurnoi: Ach, da kommt jemand … Aha, Jelena Nikolajewna … und der Maler … Na, es ist Zeit, daß ich gehe …
Jelena: Ah, Boris Nikolajewitsch! Lisa, ist Pawel in seinem Zimmer? Lisa, bitte gieß mir etwas Tee ein … Geht in das Zimmer ihres Mannes.
Tschepurnoi: Warum sind Sie so blaß und fassungslos, Dimitrij Sergejewitsch?
Wagin: Wirklich? Ich weiß nicht! Machen Sie im Malen gute Fortschritte, Lisa?
Lisa: Heute hab ich nicht gemalt.
Wagin: Schade, die Farben beruhigen die Nerven …