Unterschied von Kategorien und Prädikabilien, der Kategorie Eigenschaft und der Prädikabilie Proprietät. Verhältnis der Eigenschaft zum Ding verglichen mit dem Verhältnis des Anfangenden zum Ermöglichungsgrund. Das Wesen sicher eine Kategorie, auch das ausserwesentliche Zufällige und Notwendige gehört doch zum Seienden und ist insofern Kategorie. Wann Gattung und Art Prädikabilien sind. Verschiedenheit, Gleichheit. Zahl Prädikabilien, Einheit sicher Kategorie. Die Endlichkeit als seiendes Nichtsein. Raum und Zeit, die Formalkategorien, Substanz und Kausalität, die Realkategorien, enthalten Raum und Substanz in der Berührung, Zeit und Kausalität in dem Übergang, ein dem Denken inkommensurables, von ihm nicht aufzuhellendes Element. Wo diese Kategorien eine Rolle spielen, da kann, sofern dieses Element in Frage kommt, von Einsicht und Erkenntnis keine Rede sein. Was haben Raum und Zeit für eine Bedeutung, da sie einerseits als Formalkategorien das Sein der Dinge in keiner Weise vermehren und anderseits doch die Principien der Individuation bilden, durch die das Wirkliche seine Wirklichkeit erhält, da alles Wirkliche Einzelwirklichkeit ist? Die Wirklichkeit eine Realkategorie, da sie auf dem wirklichen Akt der göttlichen Selbstentäusserung beruht, der den wirklichen Dingen eine Selbständigkeit leiht, die ihnen eigentlich nicht zukommt. Inwiefern [pg XV] ist das Wahre wirklich? Insofern Gott es nicht bloss denkt, sondern will? Der Schöpfungsakt ein Akt der Selbstentäusserung. Symbolische Bedeutung von Raum und Substanz – scheinbare Selbständigkeit, Unendlichkeit. Symbolische Bedeutung von Zeit und Kausalität – thatsächliche Abhängigkeit, Beschränktheit. Hat die Negation eine reale Bedeutung?
Zwanzigste Untersuchung.
Die Erkenntnis der Aussenwelt [51]
Keine Erkenntnis der Beschaffenheit der äusseren Dinge möglich. Psychologische Erklärung der Zusammensetzung der sogenannten sinnfälligen Wirklichkeit. Ort der Dinge im Raum, wodurch bestimmt. Die Dinge sind keine blossen Sinnenbilder, Vorstellungen oder fortdauernde Möglichkeiten von Empfindungen. Unmittelbare Evidenz der Existenz dieser Dinge, die nicht nach dem Kausalitätsgesetz erschlossen werden kann. Der Begriff der Ursache spielt in der Wahrnehmung keine Rolle. Die Naturdinge sind verschieden von Raum und Zeit, von Substanz und Kausalität, die nur zur Erscheinungsform der Dinge in unserm Bewusstsein gehören. Sie sind Gedanken Gottes, wie wir nach dem Einheitsgesetz schliessen. Es giebt keine unmittelbare Evidenz von der Nichtexistenz solcher Dinge. Beweis für ihre Existenz. Abstrakte Trennung von Leib und Seele bei Cartesius und in der Psychologie: Empfindungen als blosse Bewusstseinsvorgänge, Anfangszustände des Bewusstseins. Definition der Empfindungen ohne körperliche Vorgänge unmöglich. Weder für das entwickelte Bewusstsein noch für das des Kindes sind sie blosse Empfindungen. Objektivationstheorie – Ersatz dafür. Empfindungen nicht als Empfindungen gegeben, sondern als Erkenntnismittel. Platons Schwungbrett. Aristoteles: kein Begriff ohne Phantasiebild. Verbindung unseres Bewusstseins nicht bloss mit unserm Körper, sondern auch mit der Körperwelt überhaupt. Wie weit reicht unsere Erkenntnis der Körperwelt?
Einundzwanzigste Untersuchung.
Über die Erkenntnis des eigenen Bewusstseins [58]
Brentano über die äussere und innere Wahrnehmung. Bewusstheit uneigentliches Wesen. Auf Grund der Reflexion gewinnen wir eine Einsicht in die wirkliche Beschaffenheit der Bewusstseinsvorgänge. Die angewendeten Vorstellungen ursprünglich sinnliche, aus dem sinnlichen Gebiet entlehnte, übertragene, bildliche. Was ist sinnliches Gebiet? Inwiefern wird dasselbe durch die Empfindungen konstituiert? Nicht insofern sie Gegenstand der Reflexion sind. Falsch, dass wir von den Bewusstseinsvorgängen blosse Vorstellungen haben. Übertragung der sinnlichen [pg XVI] Vorstellungen durch den Blick des Geistes für das Wesentliche, nicht in Urteilen. Methode der Psychologie: Isolierung der Empfindungen, Isolierung der Bewusstseinsvorgänge. Übergreifender Charakter der Bewusstseinsvorgänge schon für das Zustandekommen der Sinnenbilder der Ausdehnung und Bewegung notwendig. Einheit des Bewusstseins. Einsicht in die Zusammengehörigkeit mancher Bewusstseinsvorgänge, in die Zugehörigkeit zu unserm Bewusstsein. Erinnerung, was sie ist. Vergleich mit der Wahrnehmung. Warum wir bei beiden nicht von Einsicht sprechen. Unter welchen Vorbehalten bestehen auch die Erinnerungen in Einsichten? Einsicht in die Lückenhaftigkeit unserer Erinnerungen, wodurch ermöglicht? Selbstbewusstsein ist Einsicht in die Zusammengehörigkeit des Bewusstseins mit unserm Ich. Humes Irrtum. Was das Ich ist, wissen wir nicht. Leibliches Ich. Ich getrennt vom Leib d. h. von dem Leibe wie er seinem Wesen nach ist ein Abstraktum. Einsicht in die Zusammengehörigkeit unserer Bewusstseinsvorgänge mit unserm Ich. Vergleich der Erkenntnis der Aussenwelt mit der Erkenntnis unserer eigenen Bewusstseinsvorgänge. Bei den Bewusstseinsvorgängen fällt die Erscheinung derselben im Bewusstsein mit dem Wissen, das sie von sich selbst haben, also mit ihnen selbst zusammen.
Zweiundzwanzigste Untersuchung.
Weitere Schranken unseres Erkennens [64]
Keine Erkenntnis des Wesens der Aussendinge und Bewusstseinsvorgänge, ihrer Stellung im System der Wahrheit. Die Zahl der blinden Wissensinhalte unübersehbar gross. Blosse Kenntnisse keine Erkenntnisse – Zusammengeratenes nicht Zusammengehörendes. Associative Wissensinhalte – alles Namen- und Wortewissen von dieser Art. Induktionsschluss ergiebt eine auf Einsicht beruhende Wahrscheinlichkeit.