Anton. Ich will mich gegen Lisetten schon deutlicher erklären. Darf ich ihr etwas ins Ohr sagen?
Lisette. Was wirst du mir ins Ohr zu sagen haben?
Anton. Nur ein Wort. (Sachte.) Du denkst, ich habe nicht gehorcht? Sagtest du nicht: du hättest nicht Herz genug dazu? doch wenn du nur erst das Ding eine Weile würdest praktizierst haben—O ich habe alles gehört—Kurz, wir sind geschiedne Leute! Du Unverschämte, Garstige—
Lisette. Sage nur, was du willst?
Damis. Gleich, geh mir wieder aus den Augen! Und komme mir nicht wieder vors Gesicht, bis ich dich rufen werde oder bis du mir Briefe von Berlin bringst!—Ich kann sie kaum erwarten. So macht es die übermäßige Freude! Zwar sollte ich Hoffnung sagen, weil jene nur auf das Gegenwärtige und diese auf das Zukünftige geht. Doch hier ist das Zukünftige schon so gewiß als das Gegenwärtige. Ich brauche die Sprache der Propheten, die ihrer Sachen doch unmöglich so gewiß sein konnten.—Die ganze Akademie müßte blind sein.—Nun, was stehst du noch da? Wirst du gehen?
Zehnter Auftritt
Lisette. Damis.
Lisette. Da sehen Sie! so lobten Sie die Leute.
Damis. Ah, wann die Leute nicht besser loben können, so möchten sie es nur gar bleiben lassen. Ich will mich nicht rühmen, aber doch so viel kann ich mir ohne Hochmut zutrauen: ich will meiner Braut die Wahl lassen, ob sie lieber einen Doktor der Gottesgelahrtheit oder der Rechte oder der Arzneikunst zu ihrem Manne haben will. In allen drei Fakultäten habe ich disputiert; in allen dreien habe ich—
Lisette. Sie sprechen von einer Braut? heiraten Sie denn wirklich?